Börsenwoche

Inflation eindämmen – Notenbanken müssen handeln!

| Lesedauer: 2 Minuten
Oliver Schade
In der vergangen Woche ging der DAX immer wieder rauf und runter (Symbolbild).

In der vergangen Woche ging der DAX immer wieder rauf und runter (Symbolbild).

Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler

Der Job der Europäischen Zentralbank ist klar definiert. Und von ihrem Kurs darf sie nicht abweichen.

Hamburg. Hoch, runter, hoch, runter – in der vergangenen Woche gab sich der Deutsche Aktienindex (DAX) ein wenig orientierungslos. Böse Stimmen behaupten, damit befinde er sich in guter Gesellschaft mit den Geldpolitikern diesseits und jenseits des Atlantiks. Denn auch wenn US-Notenbankchef Jerome Powell jüngst andeutete, dass er womöglich zum Ende des Jahres eine Wende bei der ultralockeren Geldpolitik einläuten werde, blieben seine Aussagen doch sehr im Dunkeln.

Will Powell die Märkte behutsam auf einen möglichen Zinsschritt nach oben vorbereiten oder wirft er nur ein paar Nebelkerzen, um die vor allem ärmeren Amerikaner zu beruhigen, die besonders stark unter den aktuell rund fünf Prozent Inflation leiden?

Lesen Sie auch:

EZB äußert sich nicht zur Inflation

Aus der gläsernen Hochhaus-Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt hört man derweil wenig bis nichts auf die Frage, wie die Währungshüter die Inflation in Europa in den Griff bekommen wollen. Obwohl Experten zumindest für Deutschland bis Ende des Jahres Preissteigerungen von ebenfalls fünf Prozent für möglich halten. Noch regiert das Prinzip Hoffnung, dass sich die Inflationsrate im kommenden Jahr wieder Richtung zwei Prozent bewegen könnte. Und wenn nicht?

Greift die EZB dann ein und schockt alle Kreditnehmer – also auch den deutschen Staat – mit höheren Zinsen? Platzt dann die Immobilienblase, weil Kredite teurer werden und hoch verschuldete Hausbesitzer, die höheren Zinsen nicht mehr stemmen können? Oder lässt die EZB die Inflation einfach laufen und sorgt so dafür, dass die Beschäftigten real immer weniger Geld in der Tasche haben, während die Immobilienpreise und Mieten weiter anziehen? Der Job der EZB ist klar formuliert: Inflation eindämmen in Richtung zwei Prozent! Das ist sie der breiten Masse der Arbeitnehmer schuldig, die jetzt schon über die hohen Preise stöhnen. Auch wenn die Börse dann vorübergehend einknicken sollte, darf die EZB von ihrem Kurs nicht abweichen. Denn die Börse ist keine Einbahnstraße. Ein Auf und Ab gehört bei dieser Form der Geldanlage dazu – wie auch die vergangene Woche gezeigt hat.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft