Kreuzfahrt

Aida-Beschäftigte protestieren gegen Jobabbau

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Martin Kopp
Eine Show auf der „Aidaprima“. Entwickeln lässt die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises das Unterhaltungsprogramm von einer Tochter in Hamburg.  Jetzt werdenn Stellen gestrichen.

Eine Show auf der „Aidaprima“. Entwickeln lässt die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises das Unterhaltungsprogramm von einer Tochter in Hamburg. Jetzt werdenn Stellen gestrichen.

Foto: aida

Kreuzfahrtreederei will im Unterhaltungsbereich in Hamburg 50 von 85 Stellen abbauen. Ver.di organisiert Demo auf St. Pauli.

Hamburg. Mehrere Beschäftigte der Unterhaltungssparte der Kreuzfahrtreederei Aida Cruises haben am Donnerstag gegen ihre drohende Entlassung demonstriert. 38 Mitarbeiter versammelten sich vor dem Gebäude der Aida Entertainment in der Simon-von-Utrecht-Straße auf St. Pauli, um gegen den drohenden Kahlschlag und für ihre Weiterbeschäftigung zu protestieren. Zu der Kundgebung hatte die Gewerkschaft Ver.di aufgerufen.

Wie das Abendblatt berichtete, will die Reederei im Zuge einer Umstrukturierung ihres Unterhaltungsbereichs, einen Großteil ihrer 85 Stellen abbauen. Laut Ver.di sind 50 Arbeitsplätze in Gefahr.

Aida Entertainment hat in den vergangenen Jahren die Unterhaltungsprogramme an Bord der Kreuzfahrtschiffe entwickelt. Seit dem Corona-Lockdown und der Stilllegung der Schiffe waren sie in Kurzarbeit.

Aida: Gewerkschaft kritisiert geplanten Stellenabbau bei Kreuzfahrtreederei

„Wer seine Beschäftigten seit 15 Monaten in Kurzarbeit hält, sich vom Staat Sozialabgaben bezahlen lässt und jetzt, beim Neustart der Tourismusbranche, im Regen stehen lässt, handelt unverantwortlich und zeigt seinen wahren Charakter“, kritisierte Natale Fontana der Landesfachbereichsleiter Verkehr bei Ver.di. Gewerkschaftssekretär Stephan Gastmeier ergänzte: „Die Beschäftigten von Aida haben das besondere Kulturprogramm auf den Schiffen organisiert. Mit ihrer Arbeit sicherten auch sie dem Betrieb Hunderte von Millionen Euro Einnahmen in den letzten Jahren.“

Mehrere Beschäftigte äußerten Unverständnis darüber, dass die Stellen jetzt gestrichen werden, da das Kreuzfahrtgeschäft nach dem Lockdown wieder anspringt. Das Unternehmen hat die Personalkürzungen mit einer Neuausrichtung der Unterhaltungsangebote auf den Schiffe der Flotte begründet.

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Kiez-Ikone Corny Littmann sagte Verdi zufolge während der Protestaktion: „In Hamburg ist ein einmaliges Entertainmentzentrum mit Hilfe der Stadt entstanden. Durch die Entlassungspläne von Aida wird das jetzt zerstört.“

Littmanns „Schmidt“ hatte vor mehr als 20 Jahren als erstes Theater ein spezielles Kulturprogramm für Urlauber auf See konzipiert. Damals hatte Littmann die Künstler ausgewählt und die Produktionen mit dem bei Aida angestellten Ensemble erarbeitet. Mittlerweile gastiert Littmanns „Schmidt-Theater“ auf „Mein Schiff“-Kreuzfahrten des Aida-Konkurrenten Tui Cruises.

( mit dpa )

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