Börsenwoche

Der mysteriöse Jo-Jo-Effekt

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Oliver Schade
DAX: Droht ein Absturz (Symbolbild)?

DAX: Droht ein Absturz (Symbolbild)?

Foto: Boris Roessler / picture alliance/dpa

Investoren scheinen immer wieder nahe Aktienpakete zu verkaufen, sobald eine Marke von 15.500 Punkten erreicht ist.

Hamburg. Er scheint einzementiert – der Deutsche Aktienindex. Seit Anfang April bewegt er sich – von einer kurzen Ausnahme abgesehen – in einem Korridor zwischen rund 15.000 und 15.500 Zählern. Beobachter gewinnen den Eindruck, das Investoren immer wieder nahe der Marke von 15.500 Punkten Aktienpakete verkaufen, um Kasse zu machen; und sobald der DAX sich den 15.000 Zählern nähert, wieder einsteigen.

Auch in der zurückliegenden Woche konnte man diesen Jo-Jo-Effekt beobachten. Zunächst ging es für den deutschen Leitindex nach oben, doch kurz nachdem die 15.500er-Marke am Dienstag erreicht worden war, setzte eine kleine Verkaufswelle ein, die bei knapp 15.000 Zählern stoppte – und schon stieg der Index wieder. Auf Wochensicht blieb der DAX damit stabil – wer also beim Aktien-Kauf-und-Verkauf-Spiel nicht mitgemacht hat, musste ohne Gewinne auskommen.

Hapag-Lloyd stürzte ab und fing sich wieder

Bleibt die Frage: Wann verlässt der DAX den Korridor? Schaut man auf eine alte Börsenweisheit, droht womöglich ein kurzzeitiger Absturz. „Sell in May and go away“ (Verkaufe im Mai und bleibe fort) heißt es dort. Die Basis dieser Aussage beruht auf der Aktienkursanalyse vieler Jahrzehnte, nach der vor allem die Monate Oktober bis April besonders renditestark sind. Und der zweite Teil des Tipps lautet: „But remember to come back in September.“ (Aber vergiss nicht, im September wieder zu kaufen.) Dies wäre dann ebenfalls eine Art längerfristiger Jo-Jo-Effekt.

Auch für den Hamburger Wochengewinner Hapag-Lloyd ging es im Mai erst nach unten, dann kräftig nach oben. Zunächst stürzte der Wert des Papiers Mitte des Monats von mehr als 160 auf 132 Euro ab, schoss aber in den vergangenen Tagen in der Spitze um mehr als 15 Prozent auf 154 Euro in die Höhe. Die jüngste Analyse der Investmentbank Kepler Cheuvreux, in der die Aktie auf „Halten“ eingestuft wurde mit einem einem Kursziel von 139 Euro, ist damit Vergangenheit. Es sei denn, der Jo-Jo-Effekt zieht den Kurs in den kommenden Tagen wieder nach unten.

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