Schifffahrt

Hamburgs Hafen: HPA lässt Schiff mit Schlickpflug bauen

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Martin Kopp
Die „Gian Lorenzo Bernini“ holt Schlick aus der Elbe. (Archivbild)

Die „Gian Lorenzo Bernini“ holt Schlick aus der Elbe. (Archivbild)

Foto: Axel Heimken / dpa

Das neue Schiff mit Namen „Chicago“ soll auch mit Strom fahren können und das kleinere Planiergerät „Otto Stockhausen“ ergänzen.

Hamburg.  Die Hamburg Port Authority (HPA) kämpft gegen den Schlick in Hamburgs Hafenbecken an. Die Hafenbehörde hat die Hitzler Werft in Lauenburg mit dem Bau eines neuen Planierschiffes beauftragt. Dieses soll laut Ausschreibung zu Unterhaltungsmaßnahmen und der Vermessung der Sollwassertiefen im Hamburger Hafen und auf Teilstrecken der Elbe eingesetzt werden.

Das neue 25 Meter lange und 8,5 Meter breite Schiff mit Namen „Chicago“ soll mit einem Plug-in-Hybrid-Motor ausgestattet werden, sodass es auch mit Strom fahren kann. Es soll Ende dieses Jahres fertiggestellt werden, wie die HPA dem Abendblatt auf Anfrage bestätigte. Die „Chicago“ soll das kleinere Planiergerät „Otto Stockhausen“ ergänzen, das Hamburg bereits betreibt.

Umweltfreundliches Planiergerät

„Mit dem neuen Schiff wird nun ein deutlich leistungsfähigeres und darüber hinaus herausragend umweltfreundliches Planiergerät gebaut, das zukünftig einen Großteil der Unterwasser-Planierarbeiten im Hamburger Hafen abdecken soll“, sagte eine HPA-Sprecherin. Das Schiff wird mit einem Pfluggeschirr ausgestattet, das auf den Grund abgesenkt werden kann.

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„Der Pflug zieht den Schlick in Bereiche, aus denen er von Baggerschiffen besser aufgenommen werden kann. Vorteil dabei ist, dass das Sediment im Gegensatz zur Wasserinjektion nicht aufgewirbelt wird. Der Schlickpflug ist deshalb ein wichtiges Gerät zur Wassertiefeninstandhaltung, vor allem bei der Beräumung von Liegeplätzen“, so die Sprecherin.

Nimmt die HPA einen Strategiewechsel vor?

In der Hafenszene wird vermutet, dass die HPA mit der Investition, deren Höhe nicht bekannt gegeben wurde, einen Strategiewechsel vornimmt. Bisher hatte sie alle Aufgaben des Sedimentmanagements an Fremdfirmen vergeben – zu hohen Kosten. Aus der Hafenwirtschaft hatte es deshalb in der Vergangenheit mehrfach die Aufforderung zur Anschaffung eigener Geräte gegeben. Der Bund hatte kürzlich ein eigenes Baggerschiff bauen lassen.

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