Hamburg

HHLA-Chefin Titzrath rückt in den Aufsichtsrat der Lufthansa

HHLA-Chefin Angela Titzrath und der frühere Chef des Flughafens Hamburg sowie München, Michael Kerkloh, besetzen die neuen Posten im Aufsichtsrat der Lufthansa.

HHLA-Chefin Angela Titzrath und der frühere Chef des Flughafens Hamburg sowie München, Michael Kerkloh, besetzen die neuen Posten im Aufsichtsrat der Lufthansa.

Foto: --- / dpa

Bei der teilverstaatlichten Fluggesellschaft wird mit Michael Kerkloh zudem der frühere Chef des Hamburger Flughafens Kontrolleur.

Hamburg. Seit zwei Wochen wurde darüber spekuliert, nun ist die Entscheidung gefallen. Die Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) soll die Lufthansa kontrollieren. Angela Titzrath (54) sei für einen Posten im Aufsichtsrat der Fluglinie benannt worden, teilte Lufthansa am Freitag mit.

Die Neubesetzung des Aufsichtsrats erfolgt im Zuge des neun Milliarden Euro schweren Rettungspakets, das die Bundesrepublik Ende Juni schnürte. Der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) nahm an einer Kapitalerhöhung teil und zeichnete für 300 Millionen Euro 20 Prozent der Aktien. Dafür stehen dem Bund zwei Sitze im Kontrollgremium zu. Titzrath solle nun zeitnah zusammen mit Michael Kerkloh gerichtlich zu neuen Mitgliedern des Aufsichtsrates bestellt werden, so die Lufthansa.

Michael Kerkloh wechselte von Hamburg nach München

Auch der 67-Jährige ist in der Hansestadt kein Unbekannter. Von 1995 bis 2002 leitete Kerkloh den Hamburger Flughafen. Anschließend wechselte er auf den Chefposten des Airports in München. Unter Kerklohs Ägide bis Ende vergangenen Jahres ist der Münchner Flughafen zum zweitwichtigsten Drehkreuz der Lufthansa ausgebaut worden – mit deutlich niedrigeren Kosten als in Frankfurt. Flughafen und Airline betreiben in der bayerischen Landeshauptstadt sogar gemeinsam ein Passagier-Terminal.

Das Vorschlagsrecht für die neuen Mitglieder lag bei Lufthansa-Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley. Der Bund bestätigte seine Nominierungen. Mit Titzrath gewinne man „eine erfahrene Managerin, die den Aufsichtsrat mit ihrer breiten Expertise aus verschiedenen Indus­trien und Unternehmen bereichern wird. Ihre Erfahrung in der Logistik sowie ihre Kenntnis personalpolitischer Themen werden für unser Gremium von großem Wert sein“, sagte Kley. Kerkloh werde sein tiefes Verständnis für die Zusammenhänge im Luftverkehr einbringen.

Der Bund hatte darauf verzichtet, selbst auf Personalsuche zu gehen oder beispielsweise Staatssekretäre zu entsenden. Damit sollte dokumentiert werden, dass die Politik keinen Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen des größten Luftverkehrskonzerns in Europa nehmen wolle. Für Titzrath und Kerkloh scheiden mit sofortiger Wirkung die bisherigen Aufsichtsräte Monika Ribar und Martin Koehler aus dem 20-köpfigen Kontrollgremium aus.