Kaffee

Tchibo kann den Gewinn deutlich erhöhen

Thomas Linemayr
ist seit Januar
2017 Vorsitzender
der Tchibo-Geschäftsführung.

Thomas Linemayr ist seit Januar 2017 Vorsitzender der Tchibo-Geschäftsführung.

Foto: Klaus Bodig

Hamburger Kaffeekonzern leitet 2019 nach schwierigen Jahren Trendwende ein. Weiterhin Probleme mit Textilien und Haushaltswaren.

Hamburg. Nach mehreren Geschäftsjahren mit Umsatzrückgängen verzeichnet der Hamburger Kaffeehändler und Konsumgüterkonzern Tchibo Fortschritte bei der Konsolidierung. Nach einer Mitteilung der Dachgesellschaft Max­ingvest konnte Tchibo den Gewinn vor Steuern (Ebit) im Jahr 2019 um 54 Millionen Euro auf 134 Millionen deutlich erhöhen.

Die Umsatzrendite lag bei 4,3 Prozent (Vorjahr: 2,5 Prozent). Gründe sind nach Unternehmensangaben verbesserte Deckungsbeiträge, die auf einen ausgewogeneren Sortimentsmix und einem höheren Absatz von hochpreisigeren Produkten zurückzuführen seien, hieß es. Rückgänge im Stationärhandel seien zudem durch das Online-Geschäft aufgefangen worden.

Die Umsätze lagen mit 3,1 Milliarden Euro allerdings erneut unter denen des Vorjahres. Das Minus beträgt 30 Millionen Euro im Vergleich zu 2018. Zwar habe sich im 70. Jahr der Firmengeschichte der Handel mit Kaffee beim deutschen Marktführer erneut gut entwickelt. Kilopakete mit Espresso und Café Crema als ganze Bohne werden weiter stark nachgefragt.

Aber das Gebrauchsartikelgeschäft mit Kleidung, Heimtextilien, Deko-Artikeln oder Haushaltswaren schwächte sich wie bereits in den Vorjahren leicht ab. Weitere Details wurden nicht genannt. In der Maxingvest-Holding hat die als sehr verschwiegen geltende Hamburger Milliardärsfamilie Herz ihre Hauptbeteiligungen Tchibo (100 Prozent) und Beiersdorf (mehr als 50 Prozent) gebündelt.

30 Tchibo-Filialen in Hamburg

Tchibo mit europaweit 900 Filialen (Deutschland: 550) und 24.300 Depots im Einzelhandel hatte 2017 nach einer Sortimentsumstellung für die jährlich 90 Gebrauchsartikel einen deutlichen Gewinneinbruch zu verkraften. Nach einem neuerlichen Kurswechsel setzt der Konzern unter Thomas Linemayr seit 2018 wieder auf die bekannten wöchentlich wechselnden Themenwelten. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen zudem die Zahl der Filialen verringert. In Hamburg gibt es aktuell 30 Geschäfte. Mitte Juni eröffnete am Rathausmarkt nach Umbau ein neuer Flagship-Store.

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Weltweit beschäftigt das 1949 gegründete Unternehmen 11.450 Mitarbeiter, davon 7.430 in Deutschland. Eine Prognose für 2020 wollte Tchibo wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht abgeben.