Hamburg

Miete verschlingt bei vielen fast die Hälfte des Gehalts

Wohnen im renovierten Altbau ist oft besonders teuer.

Wohnen im renovierten Altbau ist oft besonders teuer.

Foto: Andreas Laible

Neue Studie: Vor allem Ungelernte können sich Wohnungen in Hamburg kaum noch leisten. Aber auch Akademiker zahlen viel.

Hamburg. Für Familien ist das Wohnen zur Miete in vielen deutschen Großstädten wie Hamburg zu einer finanziellen Herausforderung geworden. Besonders betroffen sind Familien, in denen die Eltern keinen Berufsabschluss haben, wie aus einer Studie des Immobilienportals Immowelt hervorgeht.

Bei einer durchschnittlichen Warmmiete von 1210 Euro für eine familientaugliche Wohnung mit einer Größe von 80 bis 120 Quadratmetern, müssen Ungelernte in Hamburg 45 Prozent ihres Familieneinkommens für das Wohnen ausgeben. Hamburg gehört damit zu den elf von 79 untersuchten Großstädten, in denen der Wert bei mehr als 40 Prozent liegt.

Miete verschlingt in Hamburg zu hohen Anteil vom Nettoeinkommen

Dabei gilt schon ein Mietanteil von mehr als 25 Prozent am Haushaltsnettoeinkommen als hohe Belastung für das Haushaltsbudget. Mehr als 33 Prozent gelten gemeinhin als Überbelastung, weil dann nur noch wenig Geld zum Leben bleibt.

Nimmt man diese 33 Prozent als Maßstab, so sind in 35 von 79 untersuchten Städten, die Mieten für Ungelernte unbezahlbar. Doch diese Werte von Verbraucherschützern wurden inzwischen längst von der Realität überholt.

Eine noch deutlich höhere Belastung für Ungelernte gibt es in München mit 55 Prozent und in Berlin mit 49 Prozent. Am günstigsten wohnen Ungelernte in Bremerhaven mit einer Mietbelastung von lediglich 18 Prozent.

Mietpreisanstieg liegt in Hamburg deutlich über Bundesschnitt

Mit höheren Berufsabschlüssen und Einkommen nimmt zwar die Mietbelastung ab, aber Familien mit einem anerkannten Berufsabschluss müssen in Hamburg dennoch 36 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufwenden.

Auch das liegt schon knapp über der erträglichen Belastung. Von den 79 untersuchten Städten erreicht Hamburg in dieser Kategorie den sechsthöchsten Wert. Vor der Hansestadt liegen noch Städte wie München mit 46 Prozent, Berlin (42 Prozent) und Freiburg (38 Prozent). Insgesamt gibt es elf Städte, in denen die Belastung mehr als 33 Prozent beträgt.

Erst mit einem akademischen Berufsabschluss der Eltern müssen Hamburger nur noch 27 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben. Am günstigsten wohnen Akademiker in Remscheid. Hier beträgt das Wohnen nur 13 Prozent des Haushaltseinkommens. Am teuersten ist es für diesen Familientyp in München mit 33 Prozent.

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Corona-Pandemie lässt Mieten nicht sinken

Hoffnungen, dass die Corona-Pandemie zu sinkenden Mieten führt, können sich die Hamburger nicht machen. Nach einer Analyse des Unternehmens F + B stiegen die Neuvertragsmieten selbst im vom Lockdown geprägten zweiten Quartal um ein Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Gegenüber dem zweiten Quartal 2019 liegt der Preisanstieg bei 3,6 Prozent. Im Schnitt müssen für den Quadratmeter (qm) Wohnfläche bei einer Neuanmietung 10,80 Euro je qm Wohnfläche (kalt) bezahlt werden.

Der Mietpreisanstieg liegt in der Hansestadt deutlich über dem Bundesschnitt. Danach sind die Neuvertragsmieten innerhalb eines Jahres nur um ein Prozent gestiegen und im zweiten Quartal um 0,2 Prozent.

Städte, in denen die Mieten sinken wie in Tübingen oder Rosenheim, liegen vor allem im Süden der Republik.