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Studie: Schmerzgrenze bei Kontogebühren ist erreicht

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Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt (Symbolbild).

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt (Symbolbild).

Foto: Imago

Deutsche und Commerzbank erhöhen Preise um bis zu 67 Prozent. Kunden werden sich damit künftig voraussichtlich nicht mehr abfinden.

Hamburg.  Das Girokonto mit dem Tarifnamen Aktiv der Deutschen Bank verteuert sich für die Kunden binnen zwei Jahren um 38 Prozent: Denn zum 1. Oktober steht die zweite Preiserhöhung seit Juli 2018 an, das Konto kostet dann 6,90 Euro im Monat. Die Commerzbank verlangt seit Beginn dieses Monats für jede beleghafte Überweisung von einem sogenannten 0-Euro-Konto 2,50 statt bisher 1,50 Euro, was einem Preisanstieg um 67 Prozent entspricht.

Mit solchen Preiserhöhungen werden sich die Bankkunden künftig voraussichtlich nicht mehr abfinden. Die Wahrscheinlichkeit der Abwanderung zu einer anderen Bank steigt. Das geht aus einer neuen Girokonto-Studie der Managementberatung Investors Marketing zum Girokonto hervor. Bei preissensiblen Kunden sei die Schmerzgrenze erreicht, so die Studie. „Simple Erhöhungen des Grundpreises, etwa um ein oder zwei Euro, lassen sich nicht mehr ohne erhöhte Abwanderungsgefahr durchsetzen“, sagt Thomas Wollmann, Vorstand von Investors Marketing.

Preise für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen spielen eine Rolle

Für 78 Prozent der in der Studie befragten sogenannten Finanzentscheider eines Haushalts ist der Kontogrundpreis ein maßgeblicher Entscheidungsfaktor. Aber auch die Preise für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen spielen eine Rolle. Noch wichtiger als der Preis ist für die Kunden demnach allein die Zahl der Geldautomaten. Mehrwertprogramme, also Vorteile bei bankfremden Dienstleistungen, wie sie die Haspa mit ihren Joker-Konten anbietet, spielen nur für 23 Prozent der Kunden eine wichtige Rolle bei der Auswahl des Kontomodells.

Sparkassen wie die Haspa mit ihren Joker-Konten und Genossenschaftsbanken sind dennoch erfolgreich, weil die bei ihnen geführten Girokonten zumeist Gehaltskonten sind. Rund zwei Drittel der Befragten sehen das Geldinstitut, bei dem sie ihr Gehaltskonto haben als Hausbank an. Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben eine Hausbankquote von gut 90 Prozent. Das trifft auch auf die Haspa zu, dort werden 80 Prozent der Girokonten als Joker-Konto geführt. Geschäftsbanken (Deutsche Bank, HypoVereinsbank, Commerzbank) kommen auf eine Hausbankquote von 58 Prozent.

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Die Hausbank gilt als erste Anlaufstelle, wenn neue Leistungen wie etwa eine Baufinanzierung benötigt werden. „Direkt- und Geschäftsbanken ist es zwar gelungen, Konten zu gewinnen, allerdings konnten sie einen großen Teil nicht zu einer umfassenden Kundenbeziehung ausbauen“, sagt Wollmann. Nur 28 Prozent der Kunden haben neben der Hausbank ein oder mehrere Konten bei anderen Instituten.

( stp )

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