Frauen in Führungsetagen

Hamburgs Firmen werden weiblicher – aber nur ein bisschen

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Nathalie Leroy ist die Sprecherin der Geschäftsführung des Ver- und Entsorgers Hamburg Wasser.

Nathalie Leroy ist die Sprecherin der Geschäftsführung des Ver- und Entsorgers Hamburg Wasser.

Foto: Roland Magunia / HA

Der Frauenanteil in Führungspositionen städtischer Unternehmen steigt. In Bremen und Berlin ist er aber deutlich höher.

Hamburg. Angela Titzrath, die Vorstandschefin des mehrheitlich der Hansestadt gehörenden Hafenunternehmens HHLA, und Nathalie Leroy, die Sprecherin der Geschäftsführung des Ver- und Entsorgers HamburgWasser, gehören seit Jahren zu den bekanntesten Managerinnen an der Spitze von städtischen Unternehmen. In deren Führungsetagen wächst der Frauenanteil – langsam, aber stetig.

Das belegt eine aktuelle Untersuchung der Zeppelin Universität Friedrichshafen (Baden-Württemberg) über die Geschlechterverteilung in städtischen Unternehmen. In Hamburg ist die Zahl der weiblich besetzen Top-Managerpositionen demnach gestiegen. Von insgesamt 136 Spitzenmanagern in den 97 untersuchten Hamburger Unternehmen waren im Frühjahr dieses Jahres 27 Frauen, ein Anteil von knapp 20 Prozent. Das waren drei Frauen mehr als vor einem Jahr, so die Studie.

Sie betrachtet zudem, welche und wie viele unterschiedliche Führungsbereiche von Frauen verantwortet werden: Von den 182 Top-Führungspositionen in der Hansestadt waren dies 40. Mit 22 Prozent (plus zwei Prozentpunkte im Vergleich zu 2019) fällt der Anteil damit etwas höher aus.

Frauen in Führungspositionen: Hamburg liegt zurück

In der Rangliste der Stadtstaaten liegt Hamburg damit der Studie zufolge hinter Berlin (35,7) und Bremen (28,9 Prozent) auf dem letzten Platz. Zugleich aber leicht über dem Bundesdurchschnitt (19,7) und deutlich vor München (14,9) und Frankfurt (12,9 Prozent).

Untersucht wurde bundesweit 2196 Top-Managementpositionen in 1469 städtischen Unternehmen. 432 davon wurden von Frauen besetzt. Spitzenreiter ist Offenbach mit einem Frauenanteil von 56,5 Prozent, vor Rostock (37,1). Zu den Schlusslichtern gehören Flensburg, Heidelberg und Bitterfeld-Wolfen. Dort ist keine einzige Top-Führungsposition weiblich besetzt ist.

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Studienleiter Ulf Papenfuß sieht keinen klaren Trend, solche Positionen verstärkt mit Frauen zu besetzen. Auf nur gut jeden fünften freie Managerposten rücke eine Frau auf, sagte er. Und: „In vielen Städten stagniert der Frauenanteil oder ist sogar zurückgegangen.“

Schleswig-Holstein liegt auf dem vorletzten Platz

Schleswig-Holstein liegt im Ländervergleich mit einem Frauenanteil von 10,4 Prozent in Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster und Norderstedt auf dem vorletzten Platz, verbesserte sich aber um 2,3 Punkte. In Norderstedt liegt der Anteil bei immerhin 33,3 Prozent. Vier der zwölf dort untersuchten Posten sind weiblich besetzt.

Bei Stadtwerken und Unternehmen der Abfallwirtschaft ist der Frauenanteil mit bundesweit je 9,1 Prozent besonders gering. HamburgWasser-Chefin Nathalie Leroy ist in ihrer Branche eine Exotin – und zugleich eine der einflussreichsten Führungskräfte. Vor wenigen Wochen wurde die Französin zur Vizepräsidentin des Bundesverbands Energie- und Wasserwirtschaft gewählt.

( dpa/HA )

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