Hafenbehörde

Hamburg Port Authority trennt sich von Technik-Chef

Matthias Grabe trat am 1. Oktober 2017 als Technik-Chef bei der HPA an.

Matthias Grabe trat am 1. Oktober 2017 als Technik-Chef bei der HPA an.

Foto: HPA

Der Vertrag von Matthias Grabe bei Hamburgs Hafenbehörde wird nicht verlängert. Was der Anlass für die Trennung ist.

Hamburg.  Er gilt als der Mann, der bei der Hamburg Port Authority (HPA), die Planung einer neuen Köhlbrandquerung maßgeblich vorangetrieben hat und genießt in der Hafenwirtschaft ein hohes Ansehen. Nun muss Technik-Chef Matthias Grabe die Hafenbehörde nach drei Jahren wieder verlassen.

„Matthias Grabe wird seine Geschäftsführer-Tätigkeit bei der HPA nicht über die vereinbarte Vertragslaufzeit bis zum 30.09. 2020 hinaus fortsetzen“, bestätigte die Wirtschaftsbehörde am Montag auf Anfrage des Abendblatts. Wirtschaftssenator und HPA-Aufsichtsratschef Michael Westhagemann (parteilos) danke Grabe im Namen von Senat und Aufsichtsrat ausdrücklich für seine Arbeit für Hamburg und den Hamburger Hafen, erklärte die Behörde zudem.

Hintergründe und Details der Personalie ließ sie weitgehend im Dunklen. Nach Abendblatt-Informationen ist Grabe mit sofortiger Wirkung nicht mehr für die HPA tätig, nachdem ihm Westhagemann nach Angaben der Behörde am Donnerstag mitgeteilt hatte, dass sein Vertrag nicht verlängert werde. Der Behördensprecher wollte sich dazu ebensowenig äußern wie zu der Frage, ob der Aufsichtsrat einen Beschluss gefasst habe, den Vertrag nicht zu verlängern. Das sei eine Angelegenheit des Aufsichtsgremiums, so der Sprecher.

Anlass für die Trennung sei „der laufende Umstrukturierungsprozess der HPA“

Der Anlass für die Trennung sei „der laufende Umstrukturierungsprozess der HPA“, so die Behörde. Um die Nachfolge zu regeln, stehe Westhagemann in Kontakt zu anderen Aufsichtsratsmitgliedern. Nach Abendblatt-Informationen soll bis auf Weiteres Finanz-Geschäftsführer Tino Klemm auch das Technikressort der Hafenbehörde leiten.

In der Hafenwirtschaft traf die Personalentscheidung auf Verwunderung. „Wir kennen die Hintergründe und Motive dieser Entscheidung nicht, aber in den Hafenunternehmen, mit denen ich gesprochen habe, gibt es eine hohe Meinung über Grabes technische Kompetenz und seine Lösungsorientiertheit“, sagte Gunther Bonz, der Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg (UVHH). Damit sei Grabe „einer von wenigen“ in der HPA gewesen.

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Aus Sicht der Opposition in der Bürgerschaft ist die Personalie „erklärungsbedürftig“. Götz Wiese, der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, kritisierte die Entscheidung: „In einer Phase, in der der Hafen vor vielen anspruchsvollen technischen Herausforderungen steht, braucht er eine klare strategische Linie, er braucht Leadership. Das kann ich nicht erkennen.“