Hamburg

Corona-Krise: Bierabsatz in Hamburg bricht ein

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Bundesweit waren in der Corona-Krise die Restaurants länger geschlossen.

Bundesweit waren in der Corona-Krise die Restaurants länger geschlossen.

Foto: dpa/Bodo Schackow

Im April war ein Rückgang um mehr als 50 Prozent zu verzeichnen. Warum die Hansestadt besonders betroffen ist.

Hamburg. Die Corona-Krise hat mit geschlossenen Lokalen und Absagen großer Volksfeste den Bierabsatz einbrechen lassen. Im April 2020 setzte die deutsche Brauwirtschaft 17,3 Prozent weniger alkoholhaltiges Bier als im gleichen Monat des Vorjahres ab, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf der Basis der Biersteuer veröffentlichte.

Regional betrachtet wurde der mit Abstand größte Rückgang mit 54,9 Prozent in der Region Schleswig-Holstein/Hamburg ermittelt. Aber auch in den beiden Bundesländern mit der größten Bierherstellung, Bayern und Nordrhein-Westfalen, gab es deutliche Rückgänge um 18,8 beziehungsweise 20,3 Prozent. Lediglich die Braubranche in Thüringen legte mit plus 4,3 Prozent im April zu.

Corona-Dominoeffekt auf Brauwirtschaft

Der Deutsche Brauer-Bund hatte bereits erklärt, dass die Situation des Gastgewerbes in einem Dominoeffekt auf die Brauwirtschaft übergegriffen habe. Nachdem Mitte März die meisten Gaststätten, Restaurants, Eckkneipen, Bars, Cafés und Diskotheken geschlossen hätten, seien den Brauereien Umsätze verloren gegangen. Der wichtige Pfeiler Gastronomie sei damals weggebrochen, mit dem üblicherweise etwa 20 Prozent des gesamten deutschen Bierabsatzes verbunden seien.

Der bundesweite Absatzrückgang im April habe die Dimension einer Großbrauerei, verdeutlichte die Privatbrauerei Veltins. Zu den besten April-Monaten fehlten sogar mehr als zwei Millionen Hektoliter. Die ersten vier Monate 2020 zusammengenommen sank der Absatz mit alkoholhaltigem Bier der deutschen Brauereien um 6,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt ebenfalls errechnete. Nur die Brauregion Berlin/Brandenburg liegt da noch im Plus mit 5,0 Prozent. Alkoholfreies Bier ist in der Statistik nicht enthalten.

Shutdown: Hamburger Restaurants litten besonders

In Hamburg haben die Restaurants und Veranstalter besonders unter dem langen Shutdown gelitten. Bereits Ende April hatte einer der wichtigsten Gastronomen der Stadt, Jens Stacklies, von erheblichen Erlösrückgängen gesprochen.

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„Allein in der Fischauktionshalle haben wir bisher Umsatzausfälle von fünf Millionen Euro, im gesamten Unternehmen dürften es rund sechs Millionen Euro sein“, sagte er damals. Stacklies betreibt neben der Fischauktionshalle am Hafen, die Gröninger Privatbrauerei in der Altstadt und die beiden Eventlocations Schönes Leben in der Speicherstadt und Neuendeich (Kreis Pinneberg).

( dpa/ode )

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