Schifffahrt

Studie: Geschäftsmodell des Hamburger Hafens ist überholt

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Martin Kopp
Ein Containerschiff liegt am Terminal Burchardkai (Archivbild).

Ein Containerschiff liegt am Terminal Burchardkai (Archivbild).

Foto: Thorsten Ahlf / HA

HWWI-Direktor spricht sich für zukunftsfähigere Nutzung aus. Umweltverbände fordern Stopp der Elbvertiefung.

Hamburg.  Die Naturschutzverbände WWF, Nabu und BUND fordern eine Neuausrichtung des Hamburger Hafens und den sofortigen Stopp der Elbvertiefung. Anlass ist eine neue Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), wonach der Hafenumschlag kaum mehr wachsen wird. Das HWWI sieht für das Containerwachstum im Hafen eine Obergrenze von elf Millionen Standardcontainer (TEU). Im vergangenen Jahr wurden 9,2 Millionen TEU umgeschlagen.

Laut Henning Vöpel, dem HWWI-Direktor, der die Studie im Auftrag der Umweltverbände erstellte, habe sich das Geschäftsmodell des Hafens überlebt. Langfristige strukturelle Veränderungen und Megatrends, wie das Auslaufen der Globalisierung, die zu weniger weltweiter Arbeitsteilung führen wird, oder die Digitalisierung, die regionalere Produktion und damit eine Verkürzung der Wertschöpfungsketten ermöglicht, kämen in der Diskussion über die Zukunft des Hafens zu kurz. „Stattdessen versucht die Politik mit immer größerem Aufwand und abnehmender Wertschöpfung das bisherige Geschäftsmodell des Hafens am Laufen zu halten“, so Vöpel.

Umdenken in der Hafenplanung sei notwendig

Damit sei deutlich, dass ein Umdenken in der Hafenplanung nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus ökonomischer Sicht notwendig werde, sagen die Umweltverbände. „Die infrastrukturellen Ausgaben für die Elbvertiefung und die Unterhaltungsbaggerung sind bereits enorm, ohne dass darüber nachgedacht wird, dass man das Geld auch sinnvoller einsetzen könnte“, sagte BUND-Geschäftsführer Manfred Braasch.

Zur Abfertigung der immer größer werdenden Schiffe würden mehr Flächen benötigt, sagte Malte Siegert, Verkehrsexperte des Nabu. Dabei werde nicht abgewogen, mit welchen Alternativen man die Wertschöpfung auf diesen Flächen steigern und zudem umweltfreundlicher gestalten könnte. Bei der Bewertung von Ausbauprojekten im Hafen müssten auch externe Kosten wie Klimawandel oder Luftqualität berücksichtigt werden. Für Beatrice Claus vom WWF ist die Studie des HWWI der Beweis, dass der Bedarf für die Elbvertiefung nicht mehr besteht.

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