Hamburg

Corona: Hamburger Hafenkonzern HHLA kürzt Hyperloop-Projekt

Die  HHLA Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath in Corona-Zeiten: "Angesichts der Situation ist eine unserer wichtigsten Maßnahmen die Sicherung der finanziellen Stabilität." (Archivbild)

Die HHLA Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath in Corona-Zeiten: "Angesichts der Situation ist eine unserer wichtigsten Maßnahmen die Sicherung der finanziellen Stabilität." (Archivbild)

Foto: Roland Magunia/Hamburger Abendblatt

Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem in Planung. HHLA wollte 2021 eine Übergabestelle für Container bauen. Doch daraus wird nichts.

Hamburg. Die Corona-Pandemie zwingt die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) zum Sparen. Prominentes Opfer der Streichliste ist das aufsehenerregende Hyperloop-Projekt. Das Hochgeschwindigkeitsverkehrssystem, bei dem Transportkapseln mit Schallgeschwindigkeit durch Röhren schießen sollen, befindet sich in Planung. Die HHLA wollte dazu 2021 eine Übergabestelle für Container bauen. Doch daraus wird nichts, wie die HHLA-Vorstandsvorsitzende, Angela Titzrath, am Dienstag in einer Telefonkonferenz bekanntgab.

„Angesichts der Situation ist eine unserer wichtigsten Maßnahmen die Sicherung der finanziellen Stabilität. Dazu gehört auch, dass Investitionen überprüft werden. Deshalb werden wir die Übergabe-Anlage nicht wie geplant bauen, sondern ein Modell, einen Demonstrator, der zeigen wird, wie eine solche Übergabe von Containern vom Seeschiff zum Hyperloop funktioniert.“

HHLA – Zahl der Schiffsanläufe um 23 Prozent zurückgegangen

Ein gesunkener Containerumschlag durch die Corona-Krise und Stürme über Nordeuropa hat der HHLA schon im ersten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch beschert. Im Gesamtkonzern stand unter dem Strich noch ein Plus von gut zehn Millionen Euro und damit fast zwei Drittel weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen mitteilte. Der Umsatz sank um gut drei Prozent auf rund 336 Millionen Euro.

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Der Containerumschlag in den Häfen ging um 3,7 Prozent zurück. Titzrath sprach von einem im Vergleich zu anderen Häfen „moderaten Rückgang“. Rotterdam habe beispielsweise ein Minus von 4,7 Prozent beim Umschlag verzeichnet. Neben der Corona-Krise seien für den Rückgang im ersten Quartal insbesondere heftige Frühjahrsstürme verantwortlich gewesen, die die Fahrpläne der Schiffe erheblich durcheinandergewirbelt hätten.

„Die Wucht der Auswirkungen der Corona-Pandemie haben wir erst im April gespürt. Die Zahl der Schiffsanläufe ist um 23 Prozent zurückgegangen.“ Für Mai erwartet Titzrath etwa 18 Prozent weniger Schiffsanläufe. „Da die Produktion in China wieder hochläuft, rechnen wir ab Ende Mai wieder mit gut gefüllten Schiffen aus Fernost.“ Dazu soll auch die „HMM Algeciras“ gehören, das derzeit weltweit größte Containerschiff.

So stellten sich HHLA und Hyperloop das neue Container-Transportsystem Ende 2018 vor:

Bekommt der Hamburger Hafen einen Hyperloop?
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