Hamburg

Corona-Kurzarbeit: Still schließt Werk vorübergehend

Auch der Gabelstaplerhersteller Still ist von der Krise betroffen.

Auch der Gabelstaplerhersteller Still ist von der Krise betroffen.

Foto: Kion Group Ag / picture alliance / dpa

Rund 2700 Beschäftigte sind vom zeitweiligen Produktionsstillstand beim Gabelstaplerbauer betroffen. Dividende sinkt.

Hamburg. Nach dem Gabelstaplerhersteller Jungheinrich hat nun auch Konkurrent Kion mit seinem Hamburger Werk der Tochter Still beschlossen, die Produktion infolge der Coronakrise vorübergehend zu schließen. In nahezu allen deutschen Werken – und damit auch in Hamburg - soll die Produktion in den beiden Osterwochen vom 6. bis voraussichtlich 17. April ruhen. Als Begründung werden – wie bereits von Jungheinrich – Schwierigkeiten bei der Zulieferung von Teilen für die Fertigung angegeben.

Nach dem 17. April soll die Produktion nach jetzigem Stand „Schritt für Schritt“ wieder hochgefahren werden, heißt es. Die Beschäftigten sollen über Ostern Zeitguthaben abbauen und „je nach lokaler Notwendigkeit“ werde es auch zu Kurzarbeit kommen, teilte der Konzern mit. Im Hamburger Werk und in der Verwaltung arbeiten rund 2700 Beschäftigte.

Auch in Hamburg wird es Kurzarbeit geben

Mit Ausnahme einer Notbesetzung, die vor allem den Service für Kunden sicherstellen soll, muss nahezu die gesamte Belegschaft eine Pause einlegen. Man setze auch in der Hansestadt auf den Abbau von Überstunden sowie freie Tage, hieß es. „Aber auch in Hamburg wird es Kurzarbeit geben“, sagte eine Kion-Sprecher dem Abendblatt. Ein kleiner Trost für die Betroffenen: Der Konzern stockt das gesetzlich festgelegte Kurzarbeitergeld von 60 beziehungsweise 67 Prozent (mit Kindern) auf 80 beziehungsweise 87 Prozent auf, so der Sprecher.

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Der Produktionsstillstand ist übrigens nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern es handelt sich dabei um eine weltweite Aktion, die Werke in ganz Europa, Nord- und Südamerika sowie Indien betrifft. „Unsere umfangreichen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz sind der richtige Weg, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch unsere Kunden und Lieferanten keinem Infektionsrisiko auszusetzen. Wir tragen aktiv dazu bei, die globale Verbreitung des Coronavirus zu bremsen“, sagte Kion-Chef Gordon Riske. Der Konzern bereite sich schon jetzt darauf vor, sowohl Produktion als auch Auslieferungen nach Abklingen der derzeitigen Ausnahmesituation „zügig wieder auf Normalniveau“ hochzufahren.

Anteilseigner müssen sich mit reduzierter Dividende zufriedengeben

Mit Blick auf die Pandemie hat der Kion-Vorstand auch die bisherige Geschäftsprognose für 2020 zurückgezogen. Zwar entwickle sich die Lage in China bereits wieder deutlich positiv, allerdings lasse die aktuelle Situation in Europa und die zu erwartende Entwicklung in den USA keine verlässliche Voraussage für 2020 zu, so Riske. Die eigentlich am 12. Mai geplante Hauptversammlung wird auf einen noch unbestimmten Termin verschoben.

Auch die Anteilseigner werden sich mit einer deutlich reduzierten Dividende für das vergangene Geschäftsjahr zufriedengeben müssen. Statt der bisher geplanten 1,30 Euro sollen nun nur noch vier Cent je Aktie überwiesen werden. Der Rest des Bilanzgewinns aus dem Jahr 2019 soll wegen der Coronakrise als Rücklage dienen. Kion beschäftigt weltweit mehr als 34.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von 8,8 Milliarden Euro.