Geldanlage

Immobilien erzielen bessere Rendite als Aktien und Gold

Eigentumswohnungen in der HafenCity gehören eher zum hochpreisigen Wohneigentum (Symbolbild).

Eigentumswohnungen in der HafenCity gehören eher zum hochpreisigen Wohneigentum (Symbolbild).

Foto: dpa/Hauke Christian Dittrich

Kaufpreise um 139 Prozent gestiegen. In Hamburg kostet der Quadratmeter Wohnfläche mittlerweile 4820 Euro.

Hamburg.  Wer vor zehn Jahren eine Eigentumswohnung in Hamburg erworben hat, kann sich jetzt über einen Wertzuwachs freuen, der die meisten anderen Anlageformen in den Schatten stellt. Nach einer neuen Analyse des Immobilienportals Immowelt stiegen die Kaufpreise pro Quadratmeter Wohnfläche in der Zeitspanne von 2009 bis 2019 um 139 Prozent. Während in Hamburg inzwischen durchschnittlich 4820 Euro für einen Quadratmeter Wohnfläche bezahlt werden müssen, lag der Preis im Jahr 2009 erst bei 2020 Euro. Wer in Aktien des Deutschen Aktienindex in dieser Zeitspanne investierte, erzielte einen Wertzuwachs von 115 Prozent.

Gold (in Euro gerechnet) brachte einen Gewinn von 113 Prozent. Immobilien waren also die ertragreichste Anlage. Das Immobilienportal untersuchte die Preisentwicklung in 80 ausgewählten Städten. Wer sich allerdings für den falschen Standort entschied, konnte mit Immobilien sogar Verlust machen. In Herne, eine Großstadt im Ruhrgebiet, fielen die Immobilienpreise sogar um vier Prozent. In anderen Städten in Nordrhein-Westfalen bleibt die Preisentwicklung überschaubar. Mülheim verzeichnet nur ein Plus von 13 Prozent und Oberhausen von elf Prozent. Damit liegen die Preissteigerungen noch knapp unterhalb der Inflationsrate.

Steigende Nachfrage nach Wohneigentum

An der Spitze der Preisentwicklung steht Berlin. Innerhalb von zehn Jahren stiegen dort die Preise für Eigentumswohnungen um 181 Prozent. Wegen des günstigeren Ausgangsniveaus ist aber der Quadratmeter Wohnfläche mit 4250 Euro noch etwas günstiger als in Hamburg. Als wesentliche Ursache für den Preisanstieg sehen die Experten des Immobilienportals die gestiegenen Baukosten und Grundstückspreise, die steigende Nachfrage nach Wohneigentum auch, weil es an Anlagealternativen fehlt.

Wissenswertes zu Immobilien und Wohnen in Hamburg:

  • In Hamburg gibt es insgesamt 252.751 Wohngebäude
  • 956.476 sind Wohnungen, davon 75.716 (7,9 Prozent) Sozialwohnungen
  • 190.648 (19,9 Prozent) sind Ein- oder Zweifamilienhäuser
  • Die durchschnittliche Wohnungsgröße in Hamburg beträgt 76,1 Quadratmeter
  • Hamburgs 1.891.810 Einwohner verteilen sich auf 1.041.724 Haushalte
  • In jedem Hamburger Haushalt leben im Schnitt 1,8 Personen
  • Mehr als die Hälfte der Hamburger Haushalte sind Single-Haushalte (567.587/54,5 Prozent)

So sind die Baupreise in den vergangenen zehn Jahren um 28 Prozent gestiegen. Steigende Kosten für neu gebaute Wohnungen strahlen aber auch auf Bestandsobjekte ab. Für ein Darlehen mit einer Laufzeit von fünf bis zehn Jahren betrug 2009 der durchschnittliche Zinssatz 4,43 Prozent, 2019 waren es nur noch 1,39 Prozent. Immobilien sind daher eine beliebte Wertanlage.

Hamburg liegt mit seinem hohen Quadratmeterpreis inzwischen auf dem zweiten Rang hinter München mit 7610 Euro je Quadratmeter. Dort stiegen die Preise um 163 Prozent.