Schmerzmittel

Hamburg: Coronavirus sorgt für Engpässe bei Medikamenten

| Lesedauer: 2 Minuten
Martin Kopp
In Hamburger Apotheken werden Medikamente knapp. Sie kommen aus China. Dort gibt es wegen des Coronavirus aber Lieferschwierigkeiten.

In Hamburger Apotheken werden Medikamente knapp. Sie kommen aus China. Dort gibt es wegen des Coronavirus aber Lieferschwierigkeiten.

Foto: Jens Wolf / dpa

Herz-Kreislaufmittel und sogar Schmerzmittel wie Ibuprofen werden knapp. Wie die Lieferengpässe mit dem Virus zusammenhängen.

Hamburg. Die Ausbreitung des Coronavirus führt in Hamburg inzwischen zu Einschränkungen der Gesundheitsversorgung. In Apotheken werden nicht nur Atemschutzmasken, sondern auch Medikamente knapp. Dabei geht es um Arzneimittel jeder Art. „Wir Apotheker haben mit massiven Lieferengpässen zu kämpfen“, sagt Stefanie Eckard, Chefin der Falken-Apotheke Hoheluft und 2. Vizepräsidentin der Apothekerkammer Hamburg. Grund sei, dass China derzeit als ein großer Lieferant ausfalle.

China ist der zweitgrößte Pharmamarkt der Welt, etwa 20.000 Firmen der Branche sind hier registriert, die vor allem Generika, also Nachahmer-Arzneimittel, aber auch neue Produkte herstellen. Doch seit dem Ausbruch der Corona-Epidemie läuft die Fabrikation nur noch eingeschränkt; ebenso der internationale Handel. In großen Häfen wie Shanghai stapeln sich Kühlcontainer mit für den europäischen Markt bestimmten Medikamenten, weil die Schifffahrt zahlreiche Liniendienste ausgesetzt hat. Fast jede zweite Schiffsabfahrt ist seit Jahresbeginn gestrichen.

Auch Schmerzmittel wie Ibuprofen werden knapp

„Für uns bedeutet das erhebliche Engpässe etwa bei Antibiotika und Herz-Kreislauf-Medikamenten“, sagt Apothekerin Eckard. Auch das Schmerzmittel Ibuprofen werde knapp, das vor allem aus zwei großen Produktionsorten komme: China und Indien.

Das könnte Sie auch interessieren:

Weil die Großhandelszentren allmählich beim Nachschub leer liefen, würden immer mehr Hamburger Apotheken dazu übergehen, ihre Medikamente direkt bei den Herstellern zu bestellen. Aber das sei schwierig und sehr aufwändig. Die Hersteller reagierten häufig nur auf große Bestellungen, wie sie einzelne Apotheken gar nicht leisten könnten. „Die Lage spitzt sich allmählich zu“, sagt Eckard.

Atemschutzmasken in Ottensen ausverkauft

Auch andere Hamburger Apotheker melden Lieferschwierigkeiten. Häufig können sie aber gar nicht feststellen, ob dafür das Coronavirus verantwortlich ist. „Wir hatten ja schon vor der Ausbreitung der Krankheit im November Lieferengpässe bemerkt“, sagt Silke Zorkovic, Inhaberin der Central-Apotheke am Rödingsmarkt.

Auch Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel werden in einigen Apotheken langsam knapp – in Ottensen sind sie weitestgehend ausverkauft. Deshalb haben die Hersteller bereits reagiert. „Wir registrieren seit sieben bis acht Wochen eine steigende Nachfrage nach Desinfektionsmitteln“, sagt ein Sprecher der Paul Hartmann AG, zu der auch die Hamburger Firma Bode Chemie gehört. Bekanntestes Produkt ist Sterilium. „Wir haben bei Bode die Produktion ausgeweitet und arbeiten auch am Sonntag, was bisher nicht der Fall war.“ Allerdings ist auch Bode von Rohstoffen abhängig – und die kommen ebenfalls zum Teil aus China.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Wirtschaft