Coronavirus

Hamburger Firmen produzieren wieder in China

Hapag-Lloyd und andere Hamburger Firmen arbeiten trotz Coronavirus wieder in China.

Hapag-Lloyd und andere Hamburger Firmen arbeiten trotz Coronavirus wieder in China.

Foto: Hapag-Lloyd

Coronavirus sorgte bei Airbus, Beiersdorf und Co. für längere Ferien. Jetzt nehmen die Hamburger ihren Betrieb wieder auf.

Hamburg. Seit Wochen beherrscht das Coronavirus die Schlagzeilen. Massive Auswirkungen auf die globale Wirtschaft werden befürchtet, schließlich ist das Ausbruchsland China die zweitwichtigste Volkswirtschaft.

Auch viele Hamburger Firmen reagierten mit verschiedenen Maßnahmen. Mittlerweile hat sich die Lage etwas entspannt. Das Abendblatt gibt einen Überblick.

Coronavirus sorgte in Luftfahrt für längere Betriebsferien

Lufthansa Technik beschäftigt in Shenzhen rund 600 Mitarbeiter. Wegen des chinesischen Neujahrsfestes ruhte der Betrieb regulär bis zum 30. Januar. Die chinesischen Behörden hätten – wie bei anderen Firmen vor Ort auch – eine Verlängerung dieser Betriebsferien bis zum 10. Februar gefordert, sagte ein Sprecher. Seit Montag läuft die Arbeit beim Wartungs-, Reparatur und Überholungsspezialisten für Flugzeuge wieder zu „100 Prozent“. Krankheitsfälle in der Belegschaft gebe es aktuell nicht.

Airbus hatte vor einer Woche mitgeteilt, die Produktion in Tianjin zu stoppen. Nun habe man die Erlaubnis der Behörden bekommen, sie wieder langsam anlaufen zu lassen, so der Flugzeugbauer. Priorität habe der Gesundheitsschutz für die 700 Mitarbeiter, die dort Jets der A320-Familie endmontieren.

Hapag-Lloyd kehrt auch in China "zur Normalität zurück"

Die Verlängerung von Chinese New Year führte bei Hapag-Lloyd zu weniger Aufträgen für den Containertransport. „Bei den Buchungszahlen kehren wir allmählich zur Normalität zurück“, sagte ein Reederei-Sprecher. Die Abfertigung an den Terminals lief bisher problemlos.

Allerdings bemerke man einen Mangel an Lkw-Fahrern, die die Boxen in die Häfen bringen und von dort abholen. Die Büros in China seien geöffnet, aber viele Mitarbeiter arbeiteten von zu Hause aus. Die Schiffcrews sollten möglichst an Bord bleiben, ein Landgangverbot gebe es aber nicht. Hapag-Lloyd empfiehlt Videokonferenzen und rät von Dienstreisen in die Volksrepublik ab.

Betriebsferien trotz Coronavirus für Otto vorbei

Auch der Otto-Konzern rät von Reisen von, nach und innerhalb Chinas weiterhin ab, macht Meetings virtuell und bietet Homeoffice an. Die vier Büros waren zwischenzeitlich geschlossen, seien nun aber wieder geöffnet, so ein Sprecher. Dort stehen kostenlose Schutzmasken und Desinfektionsmittel bereit.

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Produktion läuft bei Beiersdorf und AGA wieder an

Auch bei Beiersdorf laufe die Produktion in China wieder an, sagte eine Sprecherin. Der Nivea-Hersteller betreibt ein Forschungs- und Entwicklungslabor in Wuhan mit etwa 30 Mitarbeitern und ein Werk in der Provinz Hubei mit 70 Beschäftigten, die Haarpflegeprodukte herstellen. Die Betriebsferien während Chinese New Year waren ebenfalls verlängert worden – wie auch bei Jungheinrich. Der Gabelstaplerbauer eröffnete am Mittwoch das Werk in Qingpu mit 400 Mitarbeitern und die Büros wieder. Es gebe aber noch eine Reisebeschränkung.

Für den Hamburger Groß- und Außenhandelsverband AGA ist noch offen, welche konkreten Auswirkungen der Stillstand der chinesischen Wirtschaft haben werde. AGA-Präsident Hans Fabian Kruse sagte: „Der Hamburger Handel hofft, im weiteren Jahresverlauf die Verzögerungen und Lieferausfälle ausgleichen zu können.“