Hamburg

Kein Geld mehr – Carsharing-Anbieter Oply stellt Dienst ein

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Oply-Deutschland-Chefin Katharina Wagner im Oktober 2018 in Hamburg.

Oply-Deutschland-Chefin Katharina Wagner im Oktober 2018 in Hamburg.

Foto: Marcelo Hernandez

Am 27. Februar ist Schluss. Grund ist eine geplatzte Finanzierung. Insbesondere Kunden in zentrumsfernen Stadtteilen betroffen.

Hamburg.  Ende Februar ist Schluss: Der Carsharing-Dienst Oply beendet am 27. Februar die Vermietung von Autos in Hamburg, Berlin und München. Grund für den Rückzug sei eine geplatzte Finanzierung, teilte das Unternehmen mit Sitz in Berlin am Dienstag mit. Nach eigenen Angaben war der Anbieter mit mehr als 500 Fahrzeugen verschiedener Klassen in den drei Städten vertreten und konnte seit dem Start im März 2018 mehr als 60.000 Kunden gewinnen.

Trotz hoher Kundennachfrage und starkem Wachstum in allen drei Städten, ist die für den weiteren Betrieb notwendige Finanzierungsrunde nicht zustande gekommen, hieß es. Die Kunden seien bereits über die Einstellung des Betriebs informiert worden. In Hamburg ist Oply seit Oktober 2018 mit mehr als 100 Wagen in verschiedenen Zonen, unter anderem auch in zentrumsfernen Stadtteilen wie Bergedorf oder Langenhorn vertreten. Die Konkurrenz in der Stadt ist groß. Noch im Frühjahr will der zu Volkswagen gehörende Dienst WeShare mit seiner E-Flotte starten.

50 Mitarbeiter vom Aus betroffen

Oply arbeitet mit dem sogenannten zonenbasierten Modell, bei dem die Autos in einer bestimmten Region oder Nachbarschaft gemietet und auch wieder abgestellt werden müssen. Bei anderen Anbieter wie etwa ShareNow, das inzwischen fusionierte Gemeinschaftsunternehmen von Mercedes (Car2go) und BMW (DriveNow) können die Wagen dagegen im Free-Floating-Prinzip überall im Geschäftsgebiet abgestellt werden.

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„Unser zonenbasiertes Carsharing-Angebot passt zwar genau in die Zeit, für Finanzierungen ist es aktuell aber ein schlechtes Momentum, wie man an der Sharing-Marktlage der letzten Monate sehen konnte“, kommentiert Mauro Mariani, CEO der luxemburgischen Muttergesellschaft Oply Mobility, den Rückzug. Trotz diverser Investorengespräche sei mit keinem Partner eine Einigung erzielt worden. Von dem Aus bei dem Anbieter sind 50 Mitarbeiter in Deutschland und Luxemburg betroffen.

( mik )

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