Hamburg

Wirbel um Ryanair-Interesse an Airbus-Jets

Zwar betreibt Laudamotion 23 Flugzeuge des Typs A320. Ryanair selbst hat jedoch stets nur bei Boeing bestellt (Archivbild).

Zwar betreibt Laudamotion 23 Flugzeuge des Typs A320. Ryanair selbst hat jedoch stets nur bei Boeing bestellt (Archivbild).

Foto: Andreas Laible

Die irische Airline will angeblich 100 Flieger für ihre Tochterfirma kaufen – doch Laudamotion dementiert.

Hamburg. Airbus-Beschäftigte in Hamburg dürften am Freitag bei einem Medienbericht gestutzt haben: Laut dem Magazin „Wirtschaftswoche“ ist der irische Billigflieger Ryanair am Kauf von 100 Airbus-Jets für seine österreichische Tochterfirma Laudamotion interessiert. Unter Berufung auf „Insider“ hieß es, es gehe um Maschinen der Typen A320 und A321. Sie werden zu einem hohen Anteil in Hamburg gebaut.

Zwar betreibt Laudamotion 23 Flugzeuge des Typs A320. Ryanair selbst hat jedoch stets nur bei Boeing bestellt, auch wenn man immer wieder einmal mit Airbus im Gespräch war – wohl nicht zuletzt, um bei Boeing die Preise drücken zu können, wie in Branchenkreisen vermutet wird.

Laudamotion will Flotte mit Leasing-Maschinen aufstocken

Theresa Weißenbäck, Leiterin Marketing und PR bei Laudamotion, dementierte gegenüber dem Abendblatt die Berichte über ein konkretes Kaufinteresse. Sie seien „absolut unwahr“. Das Unternehmen wolle zwar die Kapazität zum Sommer auf 38 Jets aufstocken, das solle aber mit Leasing-Maschinen geschehen. Darüber hinaus sei man „immer im allgemeinen Austausch“ mit Herstellern über die Flottenentwicklung.

Ein Airbus-Sprecher äußerte sich nicht zu einem möglichen Interesse von Ryanair beziehungsweise Laudamotion an Jets der A320-Reihe. In Unternehmenskreisen hieß es aber, seit Monaten habe es keine Gespräche mehr mit der Ryanair-Seite gegeben.

O’Leary konnte sich zuvor nicht mit Airbus einigen

Michael O’Leary, Chef von Europas größtem Billigflieger, hatte Anfang 2019 gesagt, er sei am Kauf von 100 Airbus-Maschinen interessiert, die dann von Laudamotion betrieben würden. Im Oktober erklärte er jedoch, man habe sich wegen der auf Jahre ausgelasteten Airbus-Produktion nicht mit dem Flugzeugbauer einigen können.

Gleichzeitig deutete O’Leary an, Airbus sei nicht zu Preiszugeständnissen im gewünschten Maße bereit. Allerdings muss Ryanair immer länger auf die bei Boeing bestellten 737 Max warten – ein Ende des Flugverbots ist nicht abzusehen.