Hamburg

Auch Vattenfall erhöht den Strompreis

Das Kohlekraftwerk Moorburg von Vattenfall liefert den größten Teil des Hamburger Stroms. Vattenfall hat jetzt Preiserhöhungen angekündigt.

Das Kohlekraftwerk Moorburg von Vattenfall liefert den größten Teil des Hamburger Stroms. Vattenfall hat jetzt Preiserhöhungen angekündigt.

Foto: imago stock / imago/Westend61

Unternehmen begründet Anstieg mit höheren Netzentgelten. Wie teuer es für Hamburger Familien und Singles wird.

Hamburg.  Nach den Preiserhöhungen bei den Hamburger Ökostromanbietern Lichtblick und Hamburg Energie, zieht jetzt auch Vattenfall nach. Das Unternehmen kündigte am Dienstag an, den Grundversorgungstarif ab 1. März von 30,43 Cent je Kilowattstunde (kWh) auf 32,19 Cent zu erhöhen. Das entspricht einer Preissteigerung von 5,8 Prozent. Der monatliche Grundpreis von 11,05 Euro bleibt unverändert. Vattenfall versorgt nach eigenen Angaben 650.000 Kunden mit Strom in Hamburg. Wie viele Kunden noch in der Grundversorgung sind, konnte das Unternehmen nicht sagen.

Für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4500 kWh erhöht sich die jährliche Stromrechnung auf 1581 Euro. Das sind rund 80 Euro mehr als bisher. Ein Single mit einem Stromverbrauch von 1500 kWh muss künftig 615 Euro im Jahr bezahlen statt bisher 589 Euro. Der Grundversorgungstarif ist am teuersten.

Auch andere Tarife werden teurer

Die Preiserhöhungen werden sich auch auf die anderen Stromtarife auswirken. Da diese eine Preisgarantie von zwölf oder 24 Monaten haben, wird die Preiserhöhung aber erst wirksam, wenn der Vertrag ausläuft. Wer sparen möchte, kann zu einem anderen Anbieter wechseln oder auch in einen anderen Tarif von Vattenfall. Im Tarif Easy24 kostet die Kilowattstunde nur 29,28 Cent. Der monatliche Grundpreis ist mit 11,45 Euro nur geringfügig teurer.

Vattenfall begründet die Strompreiserhöhung mit höheren Entgelten für die Netznutzung. So verlange städtische Unternehmen Stromnetz Hamburg GmbH 7,5 Prozent mehr für die Durchleitung des Stroms zum Endkunden. Der Energieanbieter verweist darauf, dass inzwischen 77 Prozent des Strompreises aus Steuern, Abgaben und Umlagen sowie den lokalen Netzentgelten.

Rekordpreise beim Strom

Hamburg Energie erhöht den Strompreis zum 1. Februar um 15 Prozent, wie aus Schreiben an Kunden hervorging, die dem Abendblatt vorlagen. Der Grundpreis stieg um 16 Prozent. Der Ökostromanbieter sprach von durchschnittlichen Erhöhungen von sechs Prozent. Bei Lichtblick stieg der Strompreis bereits zum 1. Januar um neun Prozent. Auch Greenpeace Energy erhöhte den Strompreis.

Das neue Jahr startete für Verbraucher in Deutschland mit Rekordpreisen beim Strom: Eine kWh kostet aktuell laut Verivox-Verbraucherpreisindex durchschnittlich 30,01 Cent - so viel wie nie zuvor. Auf Jahressicht hat sich Strom damit um 4,1 Prozent verteuert.

Zum Jahreswechsel hat mehr als die Hälfte der über 800 Strom-Grundversorger in Deutschland ihre Preise erhöht. „Der Jahreswechsel beginnt für Verbraucher in Deutschland erneut mit Rekordpreisen beim Strom. Da die von der Bundesregierung geplante Entlastung bei den Strompreisen frühestens 2021 greift, müssen Verbraucher in diesem Jahr noch einmal die höchsten Strompreise Europas schultern“, sagt Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox. Ein Ende des Preisanstiegs ist nicht in Sicht. Bereits für Februar und März haben 36 Versorger, darunter auch Vattenfall, Preiserhöhungen von rund 7 Prozent angekündigt.