Digitalisierung

VTG sucht für Hamburger Zentrale rund 40 neue Mitarbeiter

Für die Zentrale in Hamburg sucht der Waggonvermieter VTG 40 neue Mitarbeiter (Archivbild).

Für die Zentrale in Hamburg sucht der Waggonvermieter VTG 40 neue Mitarbeiter (Archivbild).

Waggonvermieter startet digitale Plattform zur Erhöhung des Verkehrsflusses. Güterzüge sollen pünktlich werden wie ein ICE.

Hamburg. Europas größter privater Waggonvermieter VTG wächst auch nach dem Rückzug von der Börse. „Wir werden in der Zentrale in Hamburg in den kommenden zwei Jahren etwa 40 zusätzliche Mitarbeiter benötigen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Heiko Fischer dem Abendblatt. „Das sind fast zehn Prozent.“ In Hamburg beschäftigt der Schienenlogistiker, dessen Flotte 94.000 Güterwaggons umfasst, mehr als 400 Mitarbeiter. Weltweit sind es 1700.

VTG gehört inzwischen mehrheitlich der US-amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley sowie dem kanadischen Pensionsfonds Omer. Sie hatten im April 2019 das Delisting an der Börse durchgesetzt. Weiterer wichtiger Anteilseigner ist die Hamburger Joachim Herz Stiftung mit 15 Prozent.

VTG stellt neue Digitalisierungs-Plattform Traigo vor

Grund für den Personalaufbau ist neben dem Wachstum der Schienengütertransporte die zunehmende Digitalisierung des Geschäfts. „Am Anfang hatten wir in dem Bereich drei Mitarbeiter. jetzt sind es schon 35“, so Fischer.

Am Montag stellte VTG mehreren 100 Kundenvertretern, darunter auch die Deutsche Bahn, ihre neue Digitalisierungs-Plattform namens Traigo vor. Auf dieser sollen alle Schritte des Geschäfts wie das Management der Mietverträge, die Steuerung der Flotte und deren Zustandsüberwachung sowie die Erstellung der Fahrpläne gebündelt werden. Zudem wird die Plattform geöffnet, sodass auch die Kunden und andere Anbieter das Datenvolumen einsehen, nutzen und ergänzen können. Ziel ist es, den Schienengüterverkehr effizienter, schneller und verlässlicher zu machen.

Traigo kann die Ankunft minutengenau vorhersagen

„So etwas hat bisher kein anderes Unternehmen in unserer Branche in Angriff genommen“, sagte Fischer. „Traigo wird den Schienengüterverkehr revolutionieren. Im Moment kann beispielsweise niemand vorhersagen, wann ein Güterzug seinen Zielort erreicht. Die Fahrpläne rechnen in Stunden. Künftig kann man die Ankunft minutengenau vorhersagen.“

Auch Störungen im Verkehr, etwa durch liegengebliebene Züge, würden reduziert, da Traigo schnell erkennt, wann Waggons in die Wartung müssen. „Der verbesserte Verkehrsfluss wird sich auch positiv auf die Züge im Personenverkehr auswirken.“ VTG habe 2019 „mit gutem Wachstum“ abgeschlossen, sagte Fischer. Im März werde das Unternehmen Zahlen präsentieren.