Luftfahrt

Airbus darf mehr Passagiere im A350 unterbringen

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Wolfgang Horch
Ein Airbus A350-1000 fliegt bei der Internationalen Luftfahrtschau in Le Bourget nahe Paris. 33 Stück dieses langen Großraumjets sind bisher ausgeliefert.

Ein Airbus A350-1000 fliegt bei der Internationalen Luftfahrtschau in Le Bourget nahe Paris. 33 Stück dieses langen Großraumjets sind bisher ausgeliefert.

Foto: dpa Picture-Alliance / picture alliance

Flugzeugbauer erhöht Kapazität des künftigen Flaggschiffs auf 480 Fluggäste. Warum Airbus jetzt sogar an die Notrutschen ranmuss.

Hamburg. Airbus bereitet sich auf die Zeit nach dem größten Passagierflugzeug der Welt vor. Wenn die Produktion des A380 wie geplant im Frühjahr 2021 eingestellt wird, ist der A350 das größte verbleibende Großraumflugzeug im Portfolio des europäischen Flugzeugbauers. Die Maschine gibt es in der 66,80 Meter langen Standardvariante -900 und in einer um sieben Meter verlängerten 1000er-Version. Für die 1000er-Version hat der Flugzeugbauer jetzt eine Erhöhung der maximal zulässigen Passagierzahl erhalten.

Bis zu 480 Sitze dürften nun maximal in den A350-1000 eingebaut werden, sagte ein Airbus-Sprecher auf Anfrage und bestätigte damit einen Bericht des Branchenportals „Aerotelegraph“. Das sind 40 Plätze mehr als bisher. Die europäische Luftaufsichtsbehörde EASA hat die Genehmigung für die höhere Passagierzahl erteilt, wenn an allen acht Türen (vier pro Seite) sogenannte A+-Türkonfigurationen eingebaut werden.

A350: Notrutschen haben nun zwei statt einer Bahn

Dabei handelt es sich um modifizierte Notausgänge, deren Notrutschen zwei Bahnen statt einer haben. So geht die Evakuierung schneller. Denn es gibt die internationale Vorgabe, dass alle Passagiere im Notfall innerhalb von 90 Sekunden das Flugzeug verlassen haben müssen.

Allerdings muss für jede dieser Türkonfigurationen ein zusätzlicher Steward an Bord sein, für jede Tür müssen es mindestens drei sein. Da Evakuierungen über eine Seite erfolgen, müssen also mindestens zwölf Flugbegleiter mitfliegen.

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Der A380 bietet theoretisch sogar bis zu 853 Fluggästen Platz. Hauptkunde Emirates fliegt den Riesen-Airbus mit 489, 517 oder 615 Sitzen an Bord. Airbus könnte mit dem mehr Passagiere fassenden A350 Boeings 777-300 Konkurrenz machen, die 550 Fluggäste unterbringt.

Ob jemals 480 Passagiere im A350-1000 Platz nehmen werden, ist allerdings offen. Die französische Fluggesellschaft Air Caraïbes bestuhlt das künftige Airbus-Flaggschiff bisher am engsten und quetscht 429 Sitze in den Flieger. Beim Airbus-Erstkunden Qatar Airways sind es hingegen nur 327 Sitze.

Mehr als 300 A350 fliegen schon

Bis Ende November wurden insgesamt 33 Maschinen ausgeliefert, von der kleinen Schwester A350-900 waren es 298 Stück. Erstmals lieferte Airbus sein modernstes Großraumflugzeug Ende 2014 aus.

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