Geldautomat

Warum die Postbank mit Geldautomaten Kunden verärgert

Gauner und Gebühren: Was Sie als Bargeld-Fan wissen sollten

Wir Deutschen lieben Bargeld. Keine Nation hat so viel Cash in der Geldbörse wie wir. Aber beim Abheben lauern Gefahren. Wie Sie diese vermeiden können, erfahren Sie hier.

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An 675 Geldautomaten der Postbank werden von anderen Cashgroup-Kunden Extra-Gebühren verlangt. Was Sie wissen müssen.

Berlin. Die Postbank sorgt mit hunderten Geldautomaten bei Kunden anderer Privatbanken aktuell für mächtig Ärger. Denn: An rund 675 Automaten, die die Postbank in Kooperation mit dem Anbieter Cardpoint betreibt, können nur Postbank-Kunden kostenlos Geld mit ihrer Girocard abheben.

Die übrigen Kunden des Bankenverbunds Cashgroup – zu der auch die Postbank gehört – müssen dagegen fürs Geldabheben Gebühren an den Geldautomatenbetreiber Cardpoint bezahlen.

Die Automaten stehen oft an stark besuchten Orten wie Tankstellen, Raststätten und U-Bahnhöfen. „Die betroffenen Verbraucher fühlen sich schlichtweg in die Irre geführt“, berichtet Martina Schröder, Fachreferentin Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Bislang gingen deshalb bereits zahlreiche Beschwerden aus sieben Bundesländern bei den Verbraucherschützern ein.

Der Automatenbetreiber Cardpoint verlangt offenbar ganz unterschiedlich hohe Gebühren, die zwischen 4,45 Euro und 6,50 Euro liegen, berichten die Marktwächter der Verbraucherzentrale. So musste ein Commerzbank-Kunde an einem Rasthof für das Abheben von 20 Euro eine Gebühr von 6,50 Euro bezahlen. Einem anderen Kunden wurden an einer Tankstelle für 80 Euro eine Gebühr von 5,49 Euro abgebucht.

Postbank verärgert Kunden anderer Banken – Darum geht es:

  • Bei Verbraucherschützern gingen Beschwerden wegen Automaten der Postbank ein
  • Kunden anderer Banken fühlen sich wegen des Postbank-Logos in die Irre gefühlt
  • Sie müssen häufig Gebühren zahlen

Gebühren an Postbank-Automaten prüfen

Das Trügerische an dem Fall: An den Geldautomaten von Cardpoint prangt das Firmenlogo der Postbank. Dieses ist für alle Kunden der Banken, die zur Cashgroup zählen, normalerweise das sichere Zeichen dafür, dass sie an diesen Automaten ebenfalls kostenlos abheben können.

Doch die Automaten von Cardpoint unterscheiden sich nur geringfügig von den üblichen Geldautomaten der Postbank. Verbraucherschützer raten deshalb Verbrauchern, bei Geldautomaten außerhalb von Filialen und SB-Services, genau zu prüfen, ob eventuelle Kosten ausgewiesen werden.

Zur Cashgroup zählen unter anderem:

  • Deutsche Bank
  • Commerzbank
  • Postbank
  • comdirect
  • norisbank
  • Berliner Bank

Zusammen betreiben die Geldinstitute bundesweit rund 9000 Geldautomaten. Die Banken der Cashgroup haben vereinbart, dass das Geldabheben für die Kunden der Mitgliedsbanken kostenlos ist.

Postbank verteidigt Hinweise auf Geldautomaten

Die Postbank kooperiert nun seit gut zwei Jahren mit dem größten Geldautomatenbetreiber in Deutschland, Cardpoint. Ziel sei es, die Bargeld-Versorgung der Postbank-Kunden weiter zu verbessern, berichtet der Postbanksprecher Hartmut Schlegel dieser Redaktion: „Dazu sind bundesweit 675 Automaten auf die kostenfreie Nutzung für Postbank Kunden umgestellt worden.“

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Nach Angaben des Konzernsprechers unterscheiden sich die Automaten von Cardpoint optisch durch ihre grüne Farbe von den übrigen Postbank-Automaten. „Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Cashzone-Aufdruck.

Das Logo der Cashgroup – das Zeichen, dass hier für Kunden teilnehmender Institute das Abheben entgeltfrei ist – tragen die Cardpoint-Automaten nicht“, so der Sprecher. Nur an Automaten, die ein Cashgroup-Logo tragen, sei auch das Geldabheben für Kunden der Cashgroup kostenfrei.

Kritik an verwirrenden Informationen und Postbank-Sticker

Die Verbraucherschützer kritisieren dagegen die Verwechslungsgefahr. So werde während des Abhebevorgangs am Display zwar darüber informiert, dass keine Kosten durch die Hausbank anfallen. Zugleich werde aber darauf hingewiesen, dass an den Automatenbetreiber ein Entgelt bezahlt werden muss.

„Gerade diese widersprüchlich aufeinanderfolgenden Informationen können Verbraucher neben der Außenwerbung zusätzlich in die Irre führen“, kritisiert die Verbraucherschützerin Schröder. „Wenn derartige Hinweise klarer und ähnlich prominent ausgewiesen würden, anstelle des Verwirrung stiftenden Postbank-Stickers, gäbe es weniger Irritationen.“

Banken sorgen für Beschwerden

Womöglich sorgen die Gebühren an den Automaten bald für weitere Beschwerden. Zuletzt gab es Berichte über einen Rekord bei Beschwerden über Banken – Online gibt es Probleme.Wie Bankkunden ohne eine Gebühr an ihr Geld kommen, erklären wir hier.

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