Hamburger Sparkasse

Haspa rechnet dieses Jahr mit weniger Gewinn als erwartet

Haspa-Chef Harald Vogelsang rechnet nun mit weniger Gewinn.

Haspa-Chef Harald Vogelsang rechnet nun mit weniger Gewinn.

Foto: Marcelo Hernandez

Umbau der Filialen ist teuer. Bei G20-Krawallen beschädigte Haspa im Schanzenviertel eröffnet wieder – inklusive neuer Wohnungen.

Hamburg. Die Hamburger Sparkasse hat ihr Gewinnziel für das laufende Jahr nach unten angepasst. Man gehe von einem „Jahresergebnis unter den Erwartungen“ aus, heißt es im Halbjahresbericht der Haspa. Auf Anfrage des Abendblatts nennt das Geldinstitut zwei Hauptgründe. Zum einen habe man „das mit 200 Millionen Euro größte Investitionsprogramm in der Haspa-Geschichte“ zu stemmen. Zum anderen belaste die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank das eigene Geschäft.

Schon 2018 war der Gewinn geschmolzen

„Das führt dazu, dass die Haspa – trotz des nachhaltigen Wachstums im Kundengeschäft – 2019 einen geringeren Gewinn als im Vorjahr erzielen wird“, so die Sparkasse. 2018 hatte die Haspa noch einen Jahresüberschuss von 70 Millionen Euro ausgewiesen. Diesen Wert wollte sie eigentlich auch im laufenden Jahr erreichen. Schon von 2017 auf 2018 war das Ergebnis um zehn Millionen Euro geschmolzen.

Im ersten Halbjahr 2019 hat die Haspa ihr Gewinnziel noch erreicht. Zwischen Anfang Januar und Ende Juni ist ein Jahresüberschuss von 35 Millionen Euro angefallen – das ist exakt soviel wie im gleichen Zeitraum 2018. Dass es im zweiten Halbjahr schlechter als erwartet laufen dürfte, führt die Haspa vor allem auf einen zu geringen Zinsüberschuss zurück. Beim Provisionsüberschuss geht das Institut dagegen von einer „moderaten Zunahme“ aus.

Spareinlagen der Kunden sind gestiegen

Die Spareinlagen der Kunden sind in den ersten sechs Monaten sogar gestiegen. Dabei werden vor allem – trotz des niedrigen Zinsniveaus – Standardprodukte wie Tagesgeld gewählt. „Wir raten unseren Kunden allerdings schon seit Jahren, regelmäßig und mit festen Beträgen zum Beispiel in Fondssparpläne anzulegen. Das ist schon ab 25 Euro im Monat möglich. So kann man schon mit kleinen Beträgen ein Polster aufbauen“, schreibt die Haspa. Belastend für die Sparkasse wirkte sich im ersten Halbjahr aus, dass sie ihre Pensionsrückstellungen neu bewerten musste. Und diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen: „Solange die Zinsen durch die EZB-Politik so niedrig gehalten werden, werden dadurch auch die Pensionsrückstellungen eine hohe Belastung für die Haspa darstellen“, so das Geldinstitut.

Personalabbau hat bereits begonnen

Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung hat die Haspa zum Jahreswechsel 2018/19 ein Sparprogramm aufgelegt. Im Zuge dieser Maßnahmen sollen Filialen geschlossen und bis zu 1000 von 5000 Stellen gestrichen werden. „Bereits beschlossen und teilweise in Umsetzung – aus der IT-Umstellung – ist die Reduktion mehrerer hundert Stellen“, teilte die Haspa nun mit. Für die IT-Umstellung waren rund 145 Millionen Euro eingeplant – und laut Haspa habe man „fast eine Punktlandung“ hingelegt.

Bei den Filialschließungen kommt die Haspa voran. 2019 sollen insgesamt neun Standorte verschwinden. Bis 2023 soll es dann noch rund hundert Filialen geben. Zugleich modernisiert das Institut ihre verbliebenen Standorte für rund 30 Millionen Euro. Rund 60 Standorte wurden bereits zu so genannten Nachbarschaftsfilialen umgebaut. Gute Nachricht für das Schanzenviertel: Ende November wird die während der G20-Krawalle schwer beschädigte Filiale wiedereröffnet – inklusive vier öffentlich geförderter Wohnungen.