Hamburg

Airbus kappt sein ursprüngliches Auslieferungsziel

Airbus in Hamburg Finkenwerder: Hier werden Jets aus der A320-Baureihe gebaut, vor allem der A321. Der A380 wird hier zu Kunden wie Emirates ausgeliefert.

Airbus in Hamburg Finkenwerder: Hier werden Jets aus der A320-Baureihe gebaut, vor allem der A321. Der A380 wird hier zu Kunden wie Emirates ausgeliefert.

Foto: Michael Rauhe

Flugzeugbauer will in diesem Jahr bis zu 30 Maschinen weniger ausliefern als angenommen. Freude über Großauftrag aus Indien.

Hamburg/Toulouse. Airbus hat seine Jahresprognose gekürzt. Der Flugzeugbauer will nun in diesem Jahr nur noch 860 Flugzeuge an die Kunden ausliefern. Das kündigte der Konzern bei der Vorstellung seiner Neunmonatszahlen am Mittwoch an. Bisher war das Unternehmen von 880 bis 890 Maschinen ausgegangen.

"Unsere Auslieferungszahlen in den ersten neun Monaten und die überarbeitete Auslieferungsprognose für das Jahr spiegeln die grundlegenden Maßnahmen wider, mit denen wir einen effizienteren Auslieferungsfluss in den nächsten Jahren gewährleisten werden", sagte Airbus-Chef Guillaume Faury.

Neue Kabinenanordnung macht Airbus Probleme

Der Konzern kämpft derzeit unter anderem mit dem Hochlauf der A320-Produktion. Dabei macht die neue Kabinenanordnung All Cabin Flex Probleme, die nach früheren Angaben im Werk auf Finkenwerder umgesetzt werden muss.

Airbus will den Anteil des A321 unter allen A320-Modellen in der Fertigung erhöhen. Bisher wird dieses Hamburger Modell - es wurde erstmals 1992 in Hamburg endmontiert - fast nur in der Hansestadt gefertigt. Eine Entscheidung, wie dieser Anteil erhöht werden soll, zum Beispiel auch durch die Fertigung an anderen Standorten, steht noch aus.

Airbus-Umsatz um fast 6 Milliarden Euro gestiegen

Der Konzernumsatz erhöhte sich von 40,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 46,2 Milliarden Euro. Dies sei insbesondere auf den Anstieg bei den Auslieferungen, einen günstigen Mix und die positive Entwicklung der Wechselkurse zurückzuführen, hieß es.

Insgesamt wurden 571 Verkehrsflugzeuge ausgeliefert (9M 2018: 503 Flugzeuge), davon 33 A220, 422 Maschinen der A320-Familie, 34 A330, 77 A350 und 5 A380. Die Gewinngrösse konsolidiertes berichtetes EBIT erhöhte sich von 2,683 Milliarden Euro auf 3,431 Milliarden Euro, einschließlich Nettoanpassungen in Höhe von minus 702 Millionen Euro.

Großauftrag für Airbus aus Indien

Unterdessen hat Airbus mitten in der Krise des US-Konkurrenten Boeing einen Mega-Auftrag aus Indien erhalten. Der Billigflieger IndiGo orderte 300 Flugzeuge der Modellfamilie A320neo, wie beide Unternehmen bereits am Dienstag in Toulouse und Neu-Delhi mitteilten.

Der Auftrag ist einer der größten in der Geschichte des Flugzeugbauers. Ausgehend vom Listenpreis der Standardversion A320neo könnte die Bestellung einen Gesamtwert von mehr als 33 Milliarden Dollar (knapp 30 Milliarden Euro) erreichen. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen hohe Rabatte im Bereich von 30 bis 40 Prozent üblich.

Airbus baut in Hamburg Langstrecken-Jet A321XLR

Unter den Jets, die im Grundsatz für Kurz- und Mittelstreckenflüge ausgelegt sind, befindet sich neben Maschinen der Versionen A320neo und A321neo auch die Langstrecken-Version A321XLR, deren Bau Airbus im Juni auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris angekündigt hatte.

Diese Ausführung mit einer Reichweite von bis zu 8700 Kilometern – die für Flüge von Hamburg nach Neu-Delhi genügen würde – wird bisher ausschließlich in der Hansestadt gebaut. Bezogen auf die Gesamtproduktion aller Flugzeuge der A320-Familie wird mehr als jedes zweite im Werk auf Finkenwerder endmontiert.

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IndiGo hat schon 730 Airbus-Flugzeuge geordert

IndiGo, die größte Fluggesellschaft Indiens, war bereits zuvor ein sehr bedeutender Airbus-Kunde. Die Airline baut ihr Geschäft und ihre Flotte kräftig aus. Insgesamt habe die Gesellschaft jetzt 730 Maschinen aus der A320neo-Familie geordert, hieß es. Sie betreibe derzeit 128 herkömmliche A320-Jets sowie 97 Exemplare in der auf weniger Spritverbrauch getrimmten Neuauflage A320neo.

Unterdessen kämpft der Airbus- Rivale Boeing weiter mit dem Flugverbot für sein Konkurrenzmodell 737 Max. Nach zwei Abstürzen mit 346 Toten dürfen die Mittelstreckenjets des Typs seit März weltweit nicht mehr starten.