Digitalisierung

Hamburg ist Deutschlands smarteste Stadt

Ein selbstfahrender Kleinbus im Innenhof des Rathauses in Hamburg (Archivbild).

Ein selbstfahrender Kleinbus im Innenhof des Rathauses in Hamburg (Archivbild).

Foto: picture alliance / Daniel Reinhardt

Nirgendwo ist die Digitalisierung des Alltags weiter fortgeschritten, zeigt eine Studie. Doch in einem Punkt gibt es Nachholbedarf.

Hamburg.  Die Grundsatzfrage lautete: „Wie digital sind Deutschlands Städte?“ Antworten darauf gibt der erstmals erstellte sogenannte Smart City Index des Branchenverbands Bitkom. Für Hamburg ist das am Dienstag vorgestellte Ergebnis der breit angelegten Studie, in der 81 Städte in Deutschland mit mehr als 100.000 Einwohnern miteinander verglichen werden, besonders erfreulich: Die Hansestadt ist die mit Abstand smarteste Großstadt im Land.

Mit 79,5 von 100 möglichen Punkten belegt Hamburg mit großem Vorsprung vor Karlsruhe (69 Punkte) und Stuttgart (68,6) Platz eins der Rangliste. Auf den Plätzen folgen Berlin (68,1) und München (67,7). Salzgitter (20,5 Punkte) ist das Schlusslicht im Ranking.

„Hamburg ist ein Vorbild“

„Der Smart City Index vermisst die deutschen Großstädte in puncto Digitalisierung und macht sie vergleichbar“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg bei der Vorstellung der Studie. Für sie wurde ermittelt, wie weit eine Stadt bei der Digitalisierung in fünf Lebensbereichen bereits ist: Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft. Es ging unter anderem um Angebote wie Online-Bürgerservices und den Ausbau des Glasfasernetzes, um emissionsarme Busse, Ride-Sharing-Dienste und Möglichkeiten zum Coworking.

In allen fünf Themenfeldern belegte Hamburg einen der ersten neun Plätze, bei Energie und Umwelt sowie Gesellschaft ist die Stadt führend. „Hamburg erreicht in allen Themenfeldern Spitzenwerte und ist damit ein Vorbild für viele Smart-City-Initiativen in Deutschland“, so der Bitkom-Präsident.

In der Verwaltung sind andere Städte weiter

Besonders erwähnenswert aus Sicht der Studienmacher: das Hamburger Transparenzportal, auf dem mehr als 100.000 Dokumente und Datensätze abgerufen werden könnten. In Sachen Digitalisierung der Verwaltung – auch das zeigt die Studie – sind andere Großstädte schon etwas weiter. „Einige Hamburger Ämter, wie etwa das Ausländer- oder das Standesamt, ermöglichen bislang keine Online-Terminvergabe. In anderen Städten können Eltern ihre Kinder per Internet zur Kita anmelden. In Hamburg ist das bislang nicht möglich“, sagte Svenja Hampel, die Projektleiterin für den Smart City Index bei Bitkom, dem Abendblatt. In Sachen digitaler Verwaltung belegt die Hansestadt daher Platz neun. Beim Thema Mobilität rangiert sie hinter Stuttgart und Karlsruhe auf Platz drei – weil es in diesen beiden Städten etwas mehr Carsharing-Autos pro 1000 Einwohner gibt.

Bei Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) kam das Ergebnis der Studie gut an. Er sagte: „Die Digitalisierungsstrategie des Senats wirkt. Ich sehe die Ergebnisse der Bitkom-Studie als Bestätigung und Ansporn, unseren erfolgreichen Kurs in der Digitalisierung fortzusetzen.“