Modekonzern

Tom Tailor weist höheren Verlust für 2018 aus

Vor dem Abgang: Tom-Tailor-Chef Heiko Schäfer

Vor dem Abgang: Tom-Tailor-Chef Heiko Schäfer

Foto: Michael Rauhe

Das Minus der Tochter Bonita ist größer als bisher angegeben. Grundsätzliche Einigung mit Banken über Finanzierung bis 2022.

Hamburg. Der kriselnde Hamburger Modekonzern Tom Tailor kommt nicht zur Ruhe. Am Dienstagabend hatte das Unternehmen überraschend gemeldet, dass der Aufsichtsrat aktuell Gespräche mit Vorstandschef Heiko Schäfer und Finanzvorstand Thomas Dressendörfer „hinsichtlich des vorzeitigen Ausscheidens aus der Gesellschaft“ führe. Am Mittwochmittag legte Tom Tailor nach und revidierte sein vorläufig gemeldetes Jahresergebnis für 2018 weiter nach unten.

Hauptversammlung soll im Dezember sein

Jetzt erwartet der Vorstand für 2018 nur noch einen Vorsteuergewinn (Ebitda) von 64 Millionen Euro. Mitte Mai hatte man dagegen ein Plus von 70,6 Millionen Euro gemeldet. Hauptgrund für diese Anpassung ist die Tatsache, dass bei der kriselnden Tochter Bonita der erwartete Verlust für 2018 mit 38,2 Millionen Euro nun deutlich höher als erwartet ausfallen dürfte. Aber auch diese Zahlen seien noch vorläufig und ungeprüft, so Tom Tailor.

„Die Anpassung liegt im Wesentlichen an der Erhöhung der Drohverlustrückstellungen aufgrund einer konservativeren Bewertung der künftigen Geschäftsentwicklung“, formulierte das Unternehmen. Spätestens bis Dezember müssen die Hamburger ihre endgültigen Zahlen für 2018 vorlegen, denn dann ist nach Angaben einer Firmensprecherin die nächste Hauptversammlung geplant. Die Einladungen würden demnächst versendet.

Die Börse reagiert negativ

Derweil ist das Unternehmen bei der längerfristigen Finanzierung seiner Geschäfte nach eigenen Angaben einen großen Schritt vorangekommen. Man habe sich mit Banken und dem chinesischen Mehrheitseigentümer Fosun auf eine neue Finanzierungsstruktur geeinigt, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Adhoc-Meldung. Eine „entsprechende Eckpunktevereinbarung“ sei unterzeichnet worden.

Einen gültigen Vertrag gibt es allerdings immer noch nicht. Dieser soll laut Tom Tailor bis spätestens Ende Oktober unter Dach und Fach sein. Die Vereinbarung sieht Finanzierungshilfen in einem Volumen von 365 Millionen Euro vor und soll die Geschäfte von Tom Tailor bis Ende September 2022 sichern.

An der Börse blieben die Anleger dennoch skeptisch. Die Aktie verlor weiter an Wert und notierte am Mittwochmittag bei 1,347 Euro. Anfang 2018 waren es noch fast zwölf Euro gewesen.