ÖPNV

S-Bahn-Chaos: Jetzt schlägt auch Hamburgs Wirtschaft Alarm

Besonders auf der Linie S3/31 kommt es immer wieder zu Problemen.

Besonders auf der Linie S3/31 kommt es immer wieder zu Problemen.

Foto: Klaus Bodig / Klaus Bodig / HA

"Frust" und wirtschaftlicher Schaden: Unternehmer und Handelskammer fordern Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr.

Hamburg. Nun mischt sich auch die Wirtschaft mit deutlichen Worten in die Diskussion um die Unzuverlässigkeit des Öffentlichen Nahverkehrs in Hamburg ein. „Zuverlässige und vor allem pünktliche Mobilität ist gerade in einer Weltstadt wie Hamburg ein Grundbedürfnis. Die Zuverlässigkeit der Verkehrsmittel in Hamburg hat – gerade im Vergleich zu anderen Städten in Norddeutschland – noch deutlich Luft nach oben“, sagte Volker Tschirch, Hauptgeschäftsführer des AGA Unternehmensverbandes mit 3500 Mitgliedsfirmen, dem Abendblatt.

Das Problem betreffe alle Beförderungsarten auf der Schiene und der Straße. Staus, Zugausfälle, Verspätungen und lange Wartezeiten führten zu Frust und verursachen darüber hinaus wirtschaftlichen Schaden, so Tschirch weiter. Das belaste vor allem kleine und mittlere Unternehmen und ihre Beschäftigten. „In den vergangenen Jahren wurde noch nicht ausreichend in den Ausbau des Nahverkehrs investiert. Die Politik bleibt gefordert, den Hamburgern den Nahverkehr zu bieten, den sie verdient haben. Und sie muss uns aus dem Stau holen“, fordert der AGA-Chef.

Firmen laut Umfrage unzufrieden

Die Handelskammer verweist in dieem Zusammenhang auf ihre jüngste Studie zur Verkehrssituation in Hamburg. „Zwei Drittel der Hamburger Unternehmen beurteilen die Verkehrssituation als eher schlecht oder sogar sehr schlecht. Ein Grund dafür ist sicher die aktuelle Situation bei der S-Bahn. Hier sehen wir einen erheblichen Investitionsbedarf vor allem in die Infrastruktur, um der Störanfälligkeit zu begegnen und die Beförderungskapazitäten auszubauen“, so Vizepräses André Mücke zum Abendblatt. Auf der anderen Seite sei es aber richtig, dass die notwendigen Maßnahmen, wie derzeit beim Lessingtunnel, in einer vergleichsweise verkehrsarmen Zeit wie den Sommerferien umgesetzt würden.

Immer wieder Probleme bei der S-Bahn

In den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu erheblichen Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr der Stadt gekommen. Vor allem auf den stark genutzten S-Bahn-Strecken in den Süden der Stadt (S3/S31) und der S2/S21 Richtung Bergedorf klagten die Kunden über zum Teil massive Verspätungen, komplette Zugausfälle, überfüllte und bei den sehr hohen Temperaturen nicht klimatisierte Waggons. Zudem gab es Kritik an den im europäischen Vergleich hohen Fahrpreisen – vor allem für Kunden mit Zeitkarten.