Flughafen Hamburg

Emirates zieht den A380 von der Hamburg-Strecke ab – vorerst

Wasserfontäne als Begrüßung durch die Feuerwehr: Ende Oktober 2018 landet der erste A380 von Emirates als Linienflug am Hamburger Airport.

Wasserfontäne als Begrüßung durch die Feuerwehr: Ende Oktober 2018 landet der erste A380 von Emirates als Linienflug am Hamburger Airport.

Foto: Michael Rauhe

Die arabische Fluglinie passt den Flugplan an und bedient Fuhlsbüttel zunächst nur noch mit Boeing-Maschinen.

Hamburg.  Seit dem vergangenen Oktober ist der A380 Dauergast am Helmut-Schmidt-Flughafen. Die arabische Fluglinie Emirates landet mit dem größten Passagierflugzeug der Welt täglich in Fuhlsbüttel. Doch die nun schon zur Routine gewordene Heimkehr in die Hansestadt – Emirates erhält jede Maschine im Airbus-Werk auf Finkenwerder – findet in diesem Sommer häufig nicht statt.

Emirates fliegt zweimal täglich von Dubai nach Hamburg und zurück. Auf der Nachmittags-Verbindung (Flugnummer EK 59/60) wird regulär eine Boeing 777 eingesetzt, auf der Abend-Verbindung (EK61/62) der A380. Doch seit ein paar Tagen landen nur noch Maschinen des US-Herstellers in Fuhlsbüttel. „Aus flugbetrieblichen Gründen setzt Emirates auf der Flugrotation EK61/62 zwischen Dubai und Hamburg ausschließlich zwischen dem 10. und 20. Juli sowie vom 13. August bis zum 26. September Jets des Typs Boeing 777-300ER ein“, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage des Abendblattes. Insgesamt rund acht Wochen lang verzichtet die Airline also auf den A380-Einsatz.

Emirates passt im Sommer den Flugplan an die Nachfrage an

Wechsel im Flugzeugtyp seien Teil des üblichen Flottenmanagements. Damit wolle man die Kundennachfrage innerhalb des globalen Streckennetzes bestmöglich steuern, hieß es. Auch an anderen Flughäfen wie Frankfurt und Düsseldorf würde der Flugplan entsprechend angepasst. Der Hintergrund: In den Sommerferien machen viele Europäer auf dem heimischen Kontinent Urlaub. Der Wüstenstaat ist mit erwarteten Temperaturen von um die 40 Grad Celsius als Urlaubsdomizil zu dieser Zeit auch nicht unbedingt attraktiv.

„Die Boeing 777-300ER bietet ausreichend Sitzplatzkapazität, um die prognostizierte Nachfrage zu bedienen“, sagte der Sprecher. In die Maschine des US-Herstellers passen in einer Dreiklassen-Kabine (also mit First Class) zwischen 354 und 364 Passagiere, in einer Zwei-Klassen-Kabine (nur Business und Economy) sind es 427 bis 442 Passagiere. Den A380 fliegt Emirates mit 489 Sitzen auf der Ultralangstrecke (worunter die Strecke nach Hamburg nicht fällt). Auf normalen Langstrecken werden Maschinen mit 517 Sitzen bei drei Klassen und 615 bei zwei Klassen eingesetzt. Der Sprecher stellt aber klar: „Hamburg bleibt wichtiges Ziel, das wir weiterhin zweimal täglich anfliegen.“

Ein Zusammenhang mit den Haarrissen gibt es nicht

Mit der jüngsten Lufttüchtigkeitsanweisung der Europäischen Flugaufsichtsbehörde EASA habe der Einsatz der 777 nichts zu tun, ergänzte der Sprecher. Die Behörde hatte Anfang Juli mitgeteilt, Haarrisse an den Tragflächen alter A380-Flugzeuge gefunden zu haben. Die ersten 25 gefertigten Maschinen müssen nun in einem bestimmten Zeitabschnitt überprüft werden. Emirates als weltweit größter Betreiber der größten Passagierflugzeugs der Welt muss neun ihrer insgesamt 111 Maschinen überprüfen lassen. Erste Inspektionen hätten „nichts Außergewöhnliches“ ergeben, hieß es.

Airbus hatte in diesem Februar angekündigt, die Fertigung des A380 Anfang des Jahres 2021 einzustellen. Zuvor hatte der Flugzeugbauer jahrelang vergeblich versucht, neue Abnehmer für den A380 zu finden. Eine Anfang 2018 eingegangene Order von Emirates über 20 Festbestellungen und einer Option auf 16 weitere Maschinen wurde in einen Auftrag für den modernen Großraumjet A350 und die Langstreckenmaschine A330neo umgewandelt.