Arbeit

DGB: Jeder siebte Hamburger erhält Niedriglohn

„Gute Arbeit für uns alle“, fordert Katja Karger, Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Hamburg.

„Gute Arbeit für uns alle“, fordert Katja Karger, Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Hamburg.

Foto: Klaus Bodig

Besonders hoch ist der Anteil bei Arbeitnehmern ohne Berufsabschluss (39 Prozent), mit Migrationshintergrund (38) und Frauen (17)

Hamburg..  Beim Verdienst schneiden die Hamburger meist gut ab. Rechnerisch konnten sie im vergangenen Jahr pro Kopf 24.421 Euro für den Konsum ausgeben. Das waren fast 2500 Euro mehr als der Durchschnittsdeutsche. Unter den Bundesländern lag die Hansestadt damit laut Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung auf Platz eins. Unter den 15 größten Städten reichte es immerhin zu Rang vier – allerdings ist das Geld sehr ungleich verteilt.

Deutschland habe einen der größten Niedriglohnsektoren in Europa, moniert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und verweist auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Bundesweit seien neun Millionen Menschen betroffen. Der Bruttolohn von 10,80 Euro gelte dabei nach internationalen Standards als Grenze für Niedriglohn. „Besonders dramatisch ist, dass es inzwischen deutschlandweit mehr als vier Millionen Menschen gibt, die in einem Vollzeitjob arbeiten, deren Lohn aber nicht ausreicht, um ein auskömmliches Leben zu führen“, sagte die Hamburger DGB Vorsitzende Katja Karger.

In der Hansestadt seien im Jahr 2017 im Jahresdurchschnitt 90.734 Menschen in Vollzeit beschäftigt gewesen, die weniger als 10,80 Euro pro Stunde brutto erhielten. Das waren 14 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten. Besonders hoch sei der Anteil bei Arbeitnehmern ohne Berufsabschluss (39 Prozent), mit Migrationshintergrund (38) und Frauen (17). Der DGB fordert deshalb, den gesetzlichen Mindestlohn auf ein existenzsicherndes Niveau anzuheben und die Tarifbindung zu stärken. Schließlich liege das Einkommen mit Tarifvertrag um 500 bis 800 Euro pro Monat höher. In Hamburg würden aber nur 45 Prozent der Beschäftigten tariflich bezahlt.