Windenergie

Senvion-Konkurrent erlebt Auftragsflut – Aktie hebt ab

Eine Windanlage im Morgennebel. Rund um den Windanlagenbauer Senvion ziehen derweil dunkle Wolken auf.

Eine Windanlage im Morgennebel. Rund um den Windanlagenbauer Senvion ziehen derweil dunkle Wolken auf.

Foto: Arnulf Stoffel / dpa

Zwei Hamburger Windenergie-Firmen, zwei Entwicklungen: Senvion kämpft ums Überleben, Konkurrent verdoppelt das Auftragsvolumen.

Hamburg. Während der Hamburger Windanlagenbauer Senvion derzeit im Insolvenzverfahren um seine Existenz ringt und auf der Suche nach Geldgebern und einem neuen Besitzer ist, verzeichnet der Konkurrent Nordex eine Flut von Aufträgen. Allein im zweiten Quartal seien neue Aufträge für Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 2003,3 Megawatt eingegangen, teilte das ebenfalls in Hamburg ansässige Unternehmen am Mittwoch mit.

Nachfrage für Windturbinen aus den USA besonders stark

Gegenüber dem zweiten Quartal des vergangenen Jahres (1090 Megawatt) ist das eine Steigerung um annähernd 100 Prozent. Im gesamten ersten Halbjahr 2019 konnte Nordex damit Aufträge für Windturbinen mit einer Leistung von mehr als drei Gigawatt in die Orderbücher nehmen.

Besonders stark ist derzeit die Nachfrage aus den USA. Im zweiten Quartal kamen deutlich mehr als die Hälfte der neuen Orders aus den Vereinigten Staaten. „Unser Auftragsbuch zeigt die breite geografische Aufstellung der Nordex Group“, sagte Vertriebsvorstand Patxi Landa.

Nordex-Aktie klettert zeitweise um mehr als 15 Prozent

Jeweils 37 Prozent der Neuaufträge für den Hamburger Konzern, der ausschließlich Anlagen für Landstandorte herstellt, stammten zwischen Januar und Juni aus Europa und den USA, 21 Prozent aus Lateinamerika, fünf Prozent aus Australien.

Bei Anlegern kamen die Auftrags-Halbjahreszahlen gut an. Die im TecDAX notierte Nordex-Aktie legte am Mittwoch um 15,8 Prozent auf 14,22 Euro zu – der größte Tagesgewinn im Xetra-Handel. Zu Jahresbeginn hatte Nordex noch bei gut 7,50 Euro notiert. Der bisherige Höchststand in diesem Jahr wurde Anfang April mit 15,46 Euro erreicht.