Girokonto

Postbank hebt Kontogebühren um bis zu 26 Prozent an

Die Kunden der Postbank müssen ab Oktober mehr für das Girokonto bezahlen.

Die Kunden der Postbank müssen ab Oktober mehr für das Girokonto bezahlen.

Foto: dpa / Jan Woitas

Preise für beleghafte Überweisungen verdoppeln sich sogar. Auch der Kauf von Aktien wurde teurer.

Hamburg.  Die Kunden der Postbank müssen sich ab Oktober erneut auf steigende Kontogebühren einstellen. In einem vierseitigen Schreiben an die Kunden, das sich vor allem mit einem neuen Anmeldeverfahren beim Online-Banking beschäftigt, wird über die neuen Gebühren informiert. Danach steigen die Kontopreise ab 1. Oktober um bis zu 26 Prozent. Gleichzeitig verteuern sich Kontodienstleistungen, die zusätzlich zur Kontopauschale abgerechnet werden. Zuletzt wurden Ende 2016 neue Kontopreise eingeführt und das kostenlose Girokonto zum Teil abgeschafft.

Die Nutzer des Kontos Giro plus müssen so monatlich 4,90 statt 3,90 Euro bezahlen, was einer Verteuerung von 26 Prozent entspricht. Der Preis für eine beleghafte Überweisung verdoppelt sich von bis 0,99 Euro auf 1,90. Die Nutzer des Kontos Giro direkt müssen für diese Dienstleistung künftig 2,50 Euro bezahlen. Bisher waren es 1,50 Euro. Der monatliche Kontoauszug per Post kostet künftig 2,50 Euro statt 1,90 Euro.

Neue Gebühr für Aufträge am Telefon

Beibehalten wird die kostenlose Kontoführung beim Konto Giro extra plus, wenn ein monatlicher Geldeingang in Höhe von 3000 Euro vorliegt. Wird diese Hürde unterschritten werden künftig monatlich 10,90 Euro statt bisher 9,90 Euro fällig.

„Nach intensiver Marktbeobachtung hat sich die Postbank entschieden, ihre Preise an einigen Stellen moderat an die Wettbewerber anzupassen“, sagte ein Postbank-Sprecher dem Abendblatt. Im Marktvergleich bleibe die Postbank weiterhin günstig.

Neu eingeführt wird eine Gebühr für die Beauftragung einer Überweisung oder die erstmalige Ausführung eines Dauerauftrages, wenn das im Rahmen des Telefon-Bankings erfolgt. Beim Konto Giro Plus kostet das künftig 0,90 Euro und beim Konto Giro direkt 2,50 Euro je Auftrag. „Die Gebühr fällt nur an, wenn der Auftrag gegenüber unseren Mitarbeitern erteilt wird“, sagt der Postbank-Sprecher. Wer den Telefoncomputer benutzt, ist nicht betroffen. Das gilt generell auch für die Inhaber des Kontos Giro extra plus.

Hilfestellung beim Vergleich der Kontogebühren

Bereits im Mai waren Wertpapiergeschäfte bei der Postbank teurer geworden. Nach Informationen des Branchendienstes Direktbanken-News war es bereits die zweite Anhebung innerhalb weniger Monate. Ein Aktienkauf im Volumen von 5000 Euro kostet jetzt 29,95 Euro statt bisher 19,95 Euro.

Für Verbraucher wird es immer schwieriger, die Gesamtkosten eines Girokontos zu erkennen. Deshalb müssen die Geldinstitute einmal im Jahr ihre Kunden über die Gesamtkosten informieren. Bislang mussten sich Verbraucher die Informationen meist mühsam auf dem Kontoauszug zusammensuchen. Der neue vom Gesetzgeber vorgeschriebene Service soll den Kostenvergleich und Kontowechsel erleichtern.