Nach Verkauf

Milliardenklage gegen Kriseninstitut HSH Nordbank

Nach dem Verkauf an US-amerikanische Investoren ist der Dauerärger noch immer nicht zu Ende. Nun fühlen sich Anleger geprellt.

Hamburg/Kiel. Gläubiger der HSH Nordbank haben vor dem Landgericht Kiel eine Klage gegen das Institut eingereicht und fordern rund eine Milliarde Euro von der Bank. Mit indirekten Anleihen belaufe sich die Forderung auf 1,4 Milliarden Euro. Die mittlerweile privatisierte HSH Nordbank habe über viele Jahre hinweg Handlungen vorgenommen, deren einziger Zweck augenscheinlich darin bestanden habe, die Anleihen unzulässig herunterzuschreiben, teilte eine Agentur im Auftrag der Anleger am Montag in Frankfurt am Main mit.

Die HSH Nordbank habe zahlreiche Vertragsbestimmungen ihrer Anleihen verletzt und versucht, die Anleihe rechtswidrig zu kündigen. Die Bank erklärte, ihr sei die Klage noch nicht zugestellt worden. Sie halte die Vorwürfe für substanzlos.

Bei den Klägern handelt es sich um 18 Investoren mit Sitz in Deutschland, weiteren europäischen Ländern und den USA. Die Kläger gehen auch in den USA juristisch gegen die neuen Eigner der HSH Nordbank vor, das sind US-amerikanische Investmentfonds. Die Kläger verfolgten den Rechtsweg weiter und behielten sich alle rechtlichen Möglichkeiten vor, seien jedoch nach wie vor bereit, in einem Dialog mit der Bank eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Bankschuldverschreibungen stehen im Fokus

Die Gläubiger fordern die Hochschreibung der Anleihe auf ihren Nennwert sowie Schadenersatz für unrechtmäßig entgangene Zinszahlungen.

Bei den umstrittenen Anleihen handelt es um nachrangige Bankschuldverschreibungen, die allen anderen Verbindlichkeiten des Instituts nachgeordnet sind, sogenannte Tier-1-Anleihen. Es handelt sich um mehrere Anleihen, die zum Teil vor vielen Jahren ausgegeben wurden, an der Börse notiert sind vier der Papiere.

Insgesamt hat die HSH Nordbank derartige Anleihen in Höhe von rund zwei Milliarden Euro ausgegeben und angekündigt, die börsennotierten Anleihen im kommenden Jahr auf 15 Prozent des Nennwertes herunterzuschreiben und zurückzukaufen. Das würde nach Ansicht der Kläger einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro für die Erwerber der Bank bedeuten. Bei einem Kaufpreis von einer Milliarde Euro hätten sie die Bank faktisch umsonst bekommen.