Hamburg

Wieder kein gutes Jahr für Banken und Versicherungen

Firmenlogo der HSH Nordbank (Symbolbild)

Firmenlogo der HSH Nordbank (Symbolbild)

Foto: picture alliance/imageBROKER

HSH Nordbank, Berenberg und sogar die Haspa wollen Stellen abbauen. Auch bei Versicherern sind die Belegschaften geschrumpft.

Hamburg.  Im Hamburger Finanzsektor hat 2018 ganz eindeutig die HSH Nordbank die Schlagzeilen bestimmt. Was zunächst keineswegs sicher schien, gelang den Eigentümern Hamburg und Schleswig-Holstein Ende Februar: Als erste Landesbank Deutschlands konnte die HSH privatisiert werden, Käufer sind mehrere US-Finanzinvestoren.

Doch vor wenigen Tagen teilte der Vorstand den Beschäftigten mit, dass in den nächsten zwei Jahren fast 800 Stellen gestrichen werden sollen. Bereits 2018 verringerte sich die Zahl der HSH-Mitarbeiter am Standort Hamburg um knapp 80 Personen – im kommenden Jahr könnte das Minus deutlicher ausfallen. Denn Ende 2020 wird die HSH Nordbank, die sich demnächst in „Hamburg Commercial Bank“ umbenennen will, nach eigener Planung nur noch rund 650 Vollzeitstellen in Hamburg haben, das sind etwa 230 weniger als heute.

Bei der Commerzbank und der Deutschen Bank ging 2018 jeweils eine dreistellige Zahl von Arbeitsplätzen in der Hansestadt verloren. Die Hamburger Privatbankhäuser Berenberg und M.M.Warburg & CO bauten zwar entgegen der Branchentendenz weitere Stellen auf. Doch Berenberg beschloss im November eine drastische Verkleinerung der IT-Abteilung: Nach Abendblatt-Informationen müssen rund 100 von gut 300 Beschäftigten dieser Abteilung gehen. Ihre Arbeitsplätze sind zum weitaus größten Teil in Hamburg angesiedelt.

HanseMerkur stemmt sich gegen den Trend

Auch bei der Haspa, die die Zahl der Jobs in Hamburg seit Jahren mit „rund 5000“ angibt und damit der mit Abstand größte Arbeitgeber des Finanzsektors in der Hansestadt ist, könnten größere Veränderungen bevorstehen: Wie kurz vor Weihnachten bekannt wurde, ist bei der Sparkasse ein „Zukunftsprogramm“ mit der Bezeichnung „Spring“ eingeleitet worden, das auch Einsparungen zum Ziel hat. Unter anderem will die Haspa die Zahl ihrer Filialen in den nächsten fünf Jahren von rund 130 auf 100 Geschäftsstellen verringern. In den kommenden Jahren werde man auch weniger Mitarbeiter haben als heute, heißt es.

Nicht nur bei den Banken, auch bei den stark unter dem Niedrigzinsumfeld leidenden Versicherern sind die Belegschaften im Jahr 2018 tendenziell weiter geschrumpft. Unter dem Strich gingen rund 150 Jobs bei privaten Assekuranzunternehmen in Hamburg verloren. Gegen den Trend stemmt sich seit Jahren die HanseMerkur. Allein in den vergangenen zwölf Monaten kamen mehr als 50 Stellen hinzu – und auch 2019 sollen es mehr werden.

Die Prognose für die Top 200 der Hamburger Unternehmen: