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A380 von Emirates fliegt bald häufiger ab Hamburg

Emirates erhält in Hamburg den 100. Airbus A380.

Emirates erhält in Hamburg den 100. Airbus A380.

Foto: Roland Magunia

Riesen-Airbus startet sieben Wochen lang jeden Dienstag zweimal täglich von Fuhlsbüttel. Grund ist eine Großbaustelle.

Hamburg. Mit dem Winterflugplan hat sich für Hamburger Passagiere vor allem eine gravierende Änderung ergeben. Sie können seit Ende Oktober einen Linienflug mit dem Airbus A380, dem größten Passagierflugzeug der Welt, buchen. Die arabische Fluglinie Emirates setzt auf der zweimal täglich bedienten Strecke nach Dubai einmal pro Tag den Riesen-Airbus und einmal eine Boeing 777 ein.

Mit dem Sommerflugplan wird sich dies allerdings – zumindest kurzzeitig – ändern. Jeden Dienstag wird der A380 sieben Wochen lang sogar zweimal täglich in Fuhlsbüttel landen und starten. Grund dafür ist eine Großbaustelle – doch der Reihe nach.

Im vergangenen Februar kündigte der Dubai International Airport eine umfangreiche Infrastrukturmaßnahme an. Vom 16. April bis 30. Mai 2019 muss die südliche der beiden Start- und Landebahnen für 45 Tage komplett geschlossen werden. Täglich beschleunigen und bremsen dort mehr als 1100 Maschinen, die meisten davon sind große und schwere Langstreckenflugzeuge. Entsprechend hoch ist die Belastung der Piste.

So langsam überschreitet sie ihre geplante Lebensdauer. Geschätzt rund 60.000 Tonnen Asphalt müssen erneuert werden. Der Flughafen nutzt die Baustelle zudem um 800 Kilometer Kabel und 5500 Lampen der Pistenbeleuchtung zu modernisieren.

Video: A380 von Emirates in Hamburg

Linien-Airbus A380 schwebt erstmals in Fuhlsbüttel ein

„Diese Veränderungen sind absolut notwendig, um die Sicherheit und Kapazität zu vergrößern sowie den Weg zu ebnen für zukünftiges Wachstum“, sagte Dubais Flughafen-Chef Paul Griffiths. Man entschuldige sich bei den Kunden und versuche die Auswirkungen für Airlines und Passagiere so gering wie möglich zu halten. Deswegen habe man die Bauarbeiten in den Zeitraum gelegt, in dem das Verkehrsaufkommen am geringsten sei.

Dubai: Bauarbeiten am Flughafen

In der Praxis geht es aber nicht ohne deutliche Beeinträchtigungen. Jedes Abheben und Aufsetzen der Maschinen muss nun über die nördliche Start- und Landebahn erfolgen. Die Kapazität des Flughafens sinkt in der 45-Tages-Periode um etwa 43 Prozent. Davon massiv betroffen sind die beiden einheimischen Fluglinien Flydubai, die Deutschland nicht anfliegt, und Emirates. Zwar können sie noch auf den rund 60 Kilometer weiter südwestlich liegenden Flughafen Dubai World Central ausweichen – ihren Flugplan müssen sie trotzdem deutlich ausdünnen.

„Während der 45 Tage dauernden Erneuerung der Piste werden wir zwischen 44 und 48 Flugzeuge am Boden stehen lassen“, sagte ein Emirates-Sprecher auf Abendblatt-Anfrage. Die Flotte der Fluglinie besteht aus 108 A380 und 164 Boeing 777. Dank der Langstreckenmaschinen ist Dubai ein beliebtes Drehkreuz zum Beispiel zwischen Europa und Asien. Der Flughafen zählte 2017 insgesamt 88 Millionen Passagiere – fünfmal so viele wie in Hamburg – und war damit der drittgrößte Airport der Welt.

Die Bauphase zieht nun einige Veränderungen bei Emirates nach sich. Die Airline werde ihren Flugplan um geschätzte 25 Prozent reduzieren, sagte der Sprecher: „Emirates wird einige Flüge streichen, Frequenzen zu einigen Zielen reduzieren und für einige Flüge die Zeiten verändern, um freie Start- und Landeslots am Dubai International Airport zu nutzen.“

Die Strecken nach Deutschland sind von den Flugstreichungen massiv betroffen. So sinkt in der zweiten April-Hälfte die Zahl der wöchentlichen Verbindungen nach Frankfurt von 21 auf 17 und im Mai sogar auf 14. Für München sind es statt normalerweise 21 Flügen 16 wöchentlich im April und 14 im Mai. Düsseldorf wird statt 14-mal nur noch siebenmal in der Woche angeflogen.

In Hamburg sinkt die Zahl der Verbindungen von 14 auf acht. Die Frequenz wird von täglich je zwei Ankünften und Abflügen auf je eine(n) heruntergefahren – mit einer Ausnahme. Jeden Dienstag wird es in der 45-Tages-Periode zwei Starts und Landungen geben.

Fuhlsbüttel steht seit 2006 im Flugplan von Emirates

Eingesetzt wird dabei – wie bei jedem Hamburg-Flug während des Reparatur-Zeitraums – der A380. Der Emirates-Sprecher bestätigte eine entsprechende Recherche des Abendblatts. „Wir können bestätigen, dass dienstags eine doppelte A380-Rotation auf der Hamburg-Strecke geplant ist.“ Insgesamt siebenmal wird der A380 also je zweimal am Tag am Helmut-Schmidt-Flughafen starten und landen.

Mit dem größten Passagierflugzeug der Welt will die Airline den Kapazitätsverlust so gering wie möglich halten. Die Entscheidung basiere auf der erwarteten Nachfrage und der operationalen Einschränkung während des betroffenen Zeitraums, so der Sprecher zum Abendblatt.

Fuhlsbüttel steht seit 2006 im Flugplan von Emirates. Die Nachfrage ist seitdem laut Airline-Angaben kontinuierlich gestiegen. Aus einst einer wurden zwei tägliche Verbindungen. Seit Ende Oktober setzt die Fluglinie, die seit vielen Jahren auch Trikotsponsor des Fußballclubs HSV erst in der Bundesliga und jetzt in der Zweiten Liga ist, auf der Strecke Hamburg-Dubai nachmittags die 777 und abends den A380 ein. In die Boeing passen je nach Bestuhlung zwischen 266 und 442 Passagiere, im Airbus sind es zwischen 489 und 615 Fluggäste.

Bisher sei man mit der Auslastung des A380 sehr zufrieden, sagte der Emirates-Sprecher vor Kurzem: „Unser täglicher A380-Liniendienst ab Hamburg wird sehr gut von Geschäfts- und Urlaubsreisenden angenommen.“