Arbeitsmarkt

Roboter arbeiten bald mehr Stunden als wir Menschen

Ein Roboter arbeitet in einer Produktionshalle.

Ein Roboter arbeitet in einer Produktionshalle.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Durch Automatisierung und künstliche Intelligenz wird der Arbeitsmarkt umgekrempelt. Bürojobs schwinden, dafür kommen neue Jobs hinzu.

Genf.  Sie arbeiten präzise, schnell und das an 24 Stunden, sieben Tage die Woche: schon heute übernehmen Maschinen viele Arbeitsschritte für uns Menschen. In den nächsten Jahren wird sich ihr Arbeitsanteil nochmal deutlich erhöhen, schätzt das Weltwirtschaftsforum (WEF). Aus einer Studie geht hervor, dass Maschinen bis 2025 mehr Arbeitsstunden erledigen als Menschen. Heute betrage der Anteil erst 29 Prozent.

Eine Hiobsbotschaft für die Arbeitsmärkte sei das aber nicht: „Die Roboter-Revolution schafft netto 58 Millionen neue Arbeitsplätze in den kommenden fünf Jahren“, schätzt das WEF. Für viele Jobs der Zukunft sind die Menschen aber noch nicht ausreichend qualifiziert, warnt das WEF. Nur 46 Prozent der Mitarbeiter seien bereits für die neuen Jobs gewappnet. Die Zeit dränge, heißt es in der Studie. Weltweit müsste mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer weitergebildet werden.

Arbeitsmarkt befindet sich im starken Wandel

Dazu sind Schulungen nötig, die offenbar viele der befragten Unternehmen (73 Prozent) auch anbieten wollen. Trotzdem rechnen 54 Prozent der Unternehmen auch mit Kündigungen von Mitarbeitern, die mit den neuen Technologien nicht umgehen können.

Haushaltsroboter sollen noch cleverer werden
Haushaltsroboter sollen noch cleverer werden

Der Arbeitsmarkt werde sich in naher Zukunft wandeln. Bürojobs wie in der Buchhaltung dürften schwinden, heißt es in der Studie. In Bereichen wie Marketing, Verkauf und Innovation wachse der Bedarf. Die wahren Gewinner der Entwicklung seien aber Datenanalysten, Wissenschaftler, Software- und Anwendungsentwickler sowie Experten für elektronischen Handel und Social Media. In Regionen wie Afrika, Nahost, Lateinamerika und Südasien seien auch Fabrikarbeiter weiter gefragt, wenn auch mit besserer Ausbildung als heute.

Bis zu 75 Millionen Arbeitsplätze können wegfallen

Schon bis 2022 dürften durch die Entwicklung von Maschinen und Algorithmen, die automatisierte Prozesse steuern, 75 Millionen Arbeitsplätze wegfallen. Gleichzeitig würden aber 133 Millionen neuartige Arbeitsplätze geschaffen, so die Studie. 50 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihre Belegschaft reduzieren und nur 38 Prozent wollten aufstocken.

Allerdings wollen 48 Prozent zusätzlich Spezialisten zeitweise für bestimmte Aufgaben anheuern. Der lebenslange Job bei einer Firma wird immer rarer: Unternehmer wollten flexiblere Arbeitsverhältnisse, mehr Subunternehmer und Tele-Arbeit. (dpa/sige)