Altersgrenze

Facebook will Accounts von Kindern konsequenter sperren

Facebook will stärker gegen Accounts von Unter-13-Jährigen vorgehen.

Facebook will stärker gegen Accounts von Unter-13-Jährigen vorgehen.

Foto: Regis Duvignau / REUTERS

Wer Facebook nutzen will, muss mindestens 13 Jahre alt sein. Doch das kann man leicht umgehen. Nun will Facebook härter durchgreifen.

Berlin.  Facebook und Instagram wollen strenger kontrollieren, ob ihre Nutzer tatsächlich älter als 13 Jahre sind. Das hat Facebook dem Technikportal „TechCrunch“ bestätigt. Demnach sind Mitarbeiter ab sofort angehalten, jeden Account eines zu jungen Nutzers zu sperren, sobald sie ihm begegnen. Bisher waren Mitarbeiter offenbar nur dann aktiv geworden, wenn der Nutzer wegen seines Alters gemeldet worden war.

Facebook und Instagram schreiben zwar ein Mindestalter von 13 Jahren für die Nutzung ihrer Dienste vor, geprüft wird das Alter bei der Anmeldung aber nicht. Das soll bei „verdächtigen“ Nutzern laut „TechCrunch“ nun nachgeholt werden – etwa durch Nachreichen eines offiziellen Ausweises mit Foto.

Facebook-Prüfer: „Wir taten so, als wären wir blind“

Der Strategiewechsel folgt auf eine Reportage des britischen TV-Senders Channel 4. Ein Journalist hatte sich als sogenannter Content Reviewer einstellen lassen. Diese Prüfer entscheiden etwa darüber, welche Inhalte bei Facebook gelöscht werden und welche nicht.

Ein Kollege bei der externen Firma, die im Auftrag von Facebook arbeitet, habe ihm berichtet, dass man Nutzer ignorieren solle, falls sie jünger erschienen als 13 Jahre. „Wir taten einfach so, als wären wir blind und wüssten nicht, wie Minderjährige aussehen“, soll der Prüfer gesagt haben.

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Diese Ignoranz will Facebook nun offenbar stoppen. Eine groß angelegte, ausdrückliche Suche nach zu jungen Nutzern bedeutet das aber nicht.

Augen-zu-Methode von Vorteil für Facebook

Vor allem Instagram ist auch bei Jüngeren sehr beliebt, Facebook hingegen hat inzwischen eher Schwierigkeiten, die jüngere Zielgruppe zu begeistern. Laut „TechCrunch“ war die bisherige Augen-zu-Methode also eine gute Möglichkeit, junge Nutzer zu binden.

Offiziell fährt Facebook allerdings eine andere Strategie: In den USA ist Ende 2017 der „Messenger Kids“ gestartet, der für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren gedacht ist. In der Chat-App wird keine Werbung geschaltet und Accounts können nur von den Eltern angelegt werden.

(cho)