Strafzölle

Bundesregierung warnt vor „weltweitem Handelskrieg“

Die deutsche Autoindustrie wäre von einem weltweiten Handelskrieg voraussichtlich stark betroffen.

Die deutsche Autoindustrie wäre von einem weltweiten Handelskrieg voraussichtlich stark betroffen.

Foto: Jörg Sarbach / dpa

Der Transatlantik-Koordinator Peter Beyer rechnet mit Strafzöllen auf europäische Automobil-Importe noch im August oder September.

Berlin.  Nach der Verhängung von US-Strafzöllen auf Importe aus China und den Gegenreaktionen aus Peking warnt die Bundesregierung vor massiven Konsequenzen für die Weltwirtschaft. „Im Moment sieht es nach einem weltweiten Handelskrieg aus“, sagte der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer (CDU), unserer Redaktion.

Insbesondere der deutschen Automobil-Industrie drohten schwere Nachteile. „Ich rechne damit, dass US-Präsident Donald Trump noch im August oder September Strafzölle auf europäische Automobil-Importe verhängen wird. Das würde vor allem die deutsche Auto-Industrie treffen, die 50 Prozent der europäischen Exporte in die USA ausmacht“, so Beyer.

Auch US-Wirtschaft dürfte leiden

Die Zollschranke werde auf jeden Fall vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress im November kommen. „Der Präsident hat dies mehrfach angekündigt, und er kann dies zu jeder Zeit per Dekret beschließen.“ Spätestens im kommenden Jahr werde aber auch die amerikanische Wirtschaft infolge der Strafzölle leiden. „Bei einem Handelskrieg gibt es keinen Sieger.“

Die Initiative des US-Botschafters in Deutschland, Richard Grenell, die Zölle auf Automobil-Importe nach Europa beziehungsweise in die USA abzuschaffen, begrüßte Beyer zwar grundsätzlich. „Aber von der Sache her ist es der falsche Ansatz.“ Erstens sei weder das Bundeskanzleramt noch das Außenministerium involviert gewesen. Zweitens liege die Kompetenz bei Handels- und Zollfragen laut Lissabonner Vertrag bei der EU. (FMG)