Studie

Deutschland trägt Hauptlast der Russland-Sanktionen

Ein Lkw am Grenzübergang Grzechotki-Mamonovo zwischen Polen und der russischen Exklave Kaliningrad: 618 Millionen Euro pro Monat kosten die Sanktionen die deutsche Wirtschaft laut IfW.

Foto: Vitaly Nevar / imago/ITAR-TASS

Ein Lkw am Grenzübergang Grzechotki-Mamonovo zwischen Polen und der russischen Exklave Kaliningrad: 618 Millionen Euro pro Monat kosten die Sanktionen die deutsche Wirtschaft laut IfW.

Seit 2014 sanktionieren westliche Länder die russische Wirtschaft. Die mit Abstand größten Exporteinbuße verzeichnet dabei Deutschland.

Berlin.  Keine andere westliche Volkswirtschaft erleidet durch die Sanktionen gegen Russland so große Exportverluste wie die deutsche. Das berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Untersuchung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW).

"Deutschland trägt fast 40 Prozent des verlorenen Handels im Westen, während andere große geopolitische Akteure wie das Vereinigte Königreich (7,9 Prozent), Frankreich (4,1 Prozent) und die Vereinigten Staaten (0,6 Prozent) weitaus weniger betroffen sind", heißt es in der Studie. Nach den Berechnungen des Kieler Instituts fallen die deutschen Exporte im Durchschnitt um rund 727 Millionen US-Dollar (618 Millionen Euro) pro Monat niedriger aus als im Szenario ohne Sanktionen.

Sanktionen seit Annexion der Krim 2014

Die Gesamtkosten der 2014 verhängten Russland-Sanktionen betrugen nach den IfW-Berechnungen 114 Milliarden US-Dollar (97 Milliarden Euro) allein im Jahr 2015. Davon entfielen 61 Prozent auf russische Unternehmen. Der Exportverlust für sanktionierende westliche Länder belaufe sich auf 44 Milliarden US-Dollar (37,5 Milliarden Euro), wovon wiederum 90 Prozent auf EU-Länder entfielen.

Die EU hat seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 diverse Sanktionen gegen Russland verhängt. Neben den Strafmaßnahmen gegen Einzelpersonen und Organisationen gibt es Sanktionen gegen Teile der russischen Wirtschaft. (dpa)

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