Verlustgeschäft

Thyssenkrupp verkauft sein Stahlwerk CSA in Brasilien

Der Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp, Heinrich Hiesinger.

Der Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp, Heinrich Hiesinger.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Die Expansion nach Amerika kostete Thyssenkrupp rund acht Milliarden Euro. Nun hat der Essener Konzern sein Engagement dort beendet.

Berlin.  Nach mehr als einem Jahrzehnt beendet die Stahltochter von Thyssenkrupp endgültig die verlustträchtige Expansion nach Amerika. Wie der Essener Konzern am Mittwoch mitteilte, wird das brasilianische Stahlwerk CSA für 1,5 Milliarden Euro an das in Luxemburg ansässige Unternehmen Ternium verkauft.

„Das ist ein wichtiger Meilenstein beim Umbau von Thyssenkrupp hin zu einem starken Industriekonzern“, erklärte Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Die gescheiterte Expansion in die USA und nach Brasilien kostete Thyssenkrupp zufolge unter dem Strich rund acht Milliarden Euro. „Die Auswirkungen sind bis heute in der Bilanz sichtbar“, erklärte das Unternehmen. Die Aufarbeitung werde noch Jahre dauern.

Stahlwerk in USA schon 2014 verkauft

Der Konzern will mehr Geschäfte mit profitableren Industriegütern und Dienstleistungen machen und erzielt nach eigenen Angaben in diesen Bereich inzwischen einen Umsatz von 75 Prozent. Noch im Jahr 2005 hatte sich das Management entschieden, Stahl billig in Brasilien zu kochen und in den USA und Europa weiterzuverarbeiten und zu verkaufen. Hiesinger stellte das Projekt nach dem Amtsantritt auf den Prüfstand.

Bereits im Jahr 2014 verkaufte Thyssenkrupp das Stahlverarbeitungswerk in Alabama an ArcelorMittal und Nippon Steel. In Brasilien bestanden zunächst Bindungen an den Mitgesellschafter Vale, die im vergangenen Jahr gelöst wurden. Hiesinger erklärte, das Werk sei inzwischen operativ in den schwarzen Zahlen. „Unsere Ausdauer und Beharrlichkeit haben sich gelohnt.“

Behörden müssen noch zustimmen

Der Verkauf von CSA soll laut Thyssenkrupp bis zum 30. September unter Dach und Fach sein. Die Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen. Der Käufer Ternium, der in Luxemburg seinen Sitz hat, verfügt über Produktionsanlagen in Mexiko, Argentinien, Kolumbien, den USA und Guatemala. (rtr)