Milliarden-Deal

VW vor Einigung mit US-Justizministerium im Diesel-Skandal

Das Volkswagen-Hochhaus in Wolfsburg: Der Autobauer steckt seit dem Bekanntwerden des Abgas-Skandals in einer Krise.

Das Volkswagen-Hochhaus in Wolfsburg: Der Autobauer steckt seit dem Bekanntwerden des Abgas-Skandals in einer Krise.

Foto: imago stock&people / imago/regios24

VW will im Abgas-Skandal noch vor dem Amtsantritt Trumps einen Deal mit der US-Justiz. Offenbar wird der nun nächste Woche geschlossen.

Washington.  Wenige Tage vor Antritt der neuen Regierung unter Donald Trump zeichnet sich zwischen dem US-Justizministerium und Volkswagen im Skandal um rund 550.000 manipulierte Diesel-Autos eine teure Lösung ab. Wie das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ aus Verhandlungskreisen erfuhren, könnte VW einem Strafverfahren wegen Betruges und Irreführung durch Zahlung einer Summe von mehr als zwei Milliarden Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro) entgehen.

Der „Deal“, üblich im amerikanischen Justizsystem, könnte bereits in der kommenden Woche unter Dach und Fach gebracht werden. Ob damit offizielle Schuldeingeständnisse einzelner VW-Manager verbunden sind, ist unklar. Andere Auto-Konzerne wie GM oder Toyota hatten in ähnlich gelagerten Verfahren zwar hohe Strafen bezahlt, aber nie offiziell strafrechtliches Fehlverhalten eingeräumt.

VW befürchtet härteres Vorgehen der Trump-Regierung

VW hatte seit Wochen Interesse bekundet, den im September 2015 öffentlich gewordenen Skandal um bei der Abgasbilanz manipulierte Dieselfahrzeuge noch mit der amtierenden Obama-Regierung beizulegen. Dahinter steht die Befürchtung, dass Donald Trump den designierten neuen Justizminister Jeff Sessions anweisen könnte, noch härter gegen den Wolfsburger Konzern vorzugehen.

Für VW wird die Schadensbegleichung des größten Skandals in der Firmengeschichte mit der anstehenden Einigung noch teurer. Um die Besitzer von rund 550.000 2- und 3-Liter-Diesel zu entschädigen, die Autos zu reparieren oder zurückzukaufen, hat der Konzern bisher mehr als 18 Milliarden Euro zurückgelegt. Mit der Baustelle Justizministerium wird die Schallmauer von 20 Milliarden durchbrochen.

Anleger in mehreren Ländern wollen VW verklagen

Das Ende der Fahnenstange ist damit aber noch nicht erreicht. Weltweit sind 11 Millionen Autos betroffen. Dazu drohen VW in mehreren Ländern Klagen von Anlegern, die sich von dem Autobauer betrogen fühlen.

Unterdessen hat VW jetzt zum ersten Mal in den USA schriftlich, dass die „frisierten“ Dieselautos ordnungsgemäß repariert werden können. Die kalifornische Umweltbehörde Carb hat am Freitag für knapp 70.000 Wagen mit 2-Liter-Motoren die Genehmigung erteilt.