Pilotenstreik

Beim Lufthansa-Streik bleiben die Fronten verhärtet

Die Fluggäste der Lufthansa müssen auch an diesem Samstag mit vielen Flugausfällen rechnen.

Die Fluggäste der Lufthansa müssen auch an diesem Samstag mit vielen Flugausfällen rechnen.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Keine Lösung in Sicht: Auch am Samstag bleiben über hundert Lufthansa-Flüge am Boden. Wie lange die Piloten noch streiken, ist unklar.

Frankfurt/Main.  Die Lufthansa rechnet am vierten Tag des Pilotenstreiks trotz Flugausfällen mit einem geordneten Ablauf an den Flughäfen. „Der Sonderflugplan wird stabil abgeflogen“, sagte ein Unternehmenssprecher am Samstagmorgen.

Wie bereits in den vergangenen Tagen können Tausende Passagiere nicht in ihr Flugzeug steigen, insgesamt fallen am Samstag 137 Flüge aus. Betroffen seien rund 30.000 Passagiere, so dass sich die Gesamtzahlen für diese 14. Streikrunde der Piloten auf 2755 ausgefallene Flüge mit 345.000 betroffenen Kunden steigern.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit verlangt für die rund 5400 Piloten der Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent.

Piloten lehnten neues Angebot ab

Am Freitag hatte das Unternehmen mit einem neuen Angebot versucht, die Piloten zurück an den Tisch zu holen, doch die Gewerkschaft lehnte die Offerte ab. Wie eine Lösung aussehen könnte, ist damit weiter offen. Unklar ist, wann die Piloten erneut zum Ausstand aufrufen werden – denkbar ist bereits der Montag. Am Sonntag soll dagegen nicht gestreikt werden.

Aus Sicht der Piloten war das erneuerte Angebot der Lufthansa keine Grundlage für neue Gespräche. „Das ist alter Wein in neuen Schläuchen“, sagte ein VC-Sprecher am Freitagabend. Die Inhalte des Angebots habe Lufthansa bereits vor zwei Monaten auf den Tisch gelegt, in Wahrheit gehe es nicht um ein neues Angebot. „Im Ergebnis heißt das „rechte Tasche–linke Tasche“ und ist kein Versuch zu Ergebnissen zu kommen, sondern ein PR-Schachzug“, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg einer Mitteilung zufolge.

Lufthansa will einen Vermittler einschalten

Die Airline hatte zuvor ein Angebot gemacht, das neben höheren Gehältern und Jobgarantien auch Lösungsvorschläge für weitere offener Tarifthemen enthält. Im Einzelnen sah das Angebot 4,4 Prozent Gehaltsteigerungen in zwei Stufen bis Mitte 2018 vor.

Auch die anderen offenen Tarifthemen wie die Betriebs- und Übergangsrenten sollten in neuen Verhandlungen gelöst werden – möglicherweise mit Hilfe eines Mediators. „Da eine Schlichtung seitens der VC bedauerlicherweise bislang kategorisch ausgeschlossen wird, würde ich gerne mit der VC diese Chance ergreifen, um die bestehenden Gräben zu überwinden“, sagte Personalchefin Bettina Volkens laut einer Mitteilung.

Dazu wird es nicht so bald kommen. Die Piloten verlangten erneut ein deutlich überarbeitetes Angebot. (dpa)