Autoindustrie

VW will realitätsnähere Kohlendioxid-Werte vorlegen

VW-Autos werden nicht umweltfreundlicher, der Konzern will seine Kunden lediglich ehrlicher über den Spritverbrauch und CO2-Ausstoß seiner Wagen informieren.

VW-Autos werden nicht umweltfreundlicher, der Konzern will seine Kunden lediglich ehrlicher über den Spritverbrauch und CO2-Ausstoß seiner Wagen informieren.

Foto: Jan Woitas / dpa

Der Autokonzern VW will ehrlicher zu seinen Kunden sein. VW-Autos verbrauchen auf dem Papier nun mehr Sprit und stoßen mehr CO2 aus.

Frankfurt.  Volkswagen verspricht, realistischere Werte für den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid vorzulegen. Der Konzern habe entschieden, „zukünftig die gesetzlich zulässigen Toleranzwerte einzuengen und damit realitätsnähere CO2-Werte auszuweisen“, teilte der Autobauer mit. Darüber hatten die „Süddeutsche Zeitung“ sowie NDR und WDR berichtet.

Den Medien zufolge steigt dadurch bei diversen Modelle im Schnitt der Ausstoß um zwei Gramm Kohlendioxid pro Kilometer. Beim Touareg etwa steigt der Kohlendioxid-Ausstoß um sechs Gramm pro Kilometer. Und auch der 2-Liter-Diesel-Passat ist nun nicht mehr ganz so umweltfreundlich wie bislang verkauft. Auch mehr Sprit benötigen die VW-Autos nun auf dem Papier.

Neuer Weg ist Folge der Abgas-Affäre

Der neue Unternehmenskurs im Umgang mit den Kunden ist Folge der Abgas-Affäre bei Dieselfahrzeugen. Die Wolfsburger wollen ihr Image verbessern. Das bringt beim Kohlendioxid-Ausstoß die ganze Autobranche unter Druck. Ab 2020/21 sind in der Europäischen Union (EU) bei Neuwagen im Schnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer erlaubt, sonst werden Strafzahlungen fällig. Die meisten Konzerne liegen zum Teil noch weit darüber.

Bislang nutzen viele Hersteller die gesetzlichen Vorgaben für die Emissionstests im Labor, um auf dem Papier niedrigere Werte auszuweisen, als sie auf der Straße vorkommen.

VW macht sich keine Freunde mit neuer Ehrlichkeit

Andere Konzerne, die größere und schnellere Autos bauen als VW, könnten große Probleme bekommen. Daimler beispielsweise würden im schlimmsten Fall Geldbußen in Milliardenhöhe drohen. Aus Wolfsburg hieß es deshalb auch laut „SZ“, man wisse, man habe sich mit dem Vorstoß zu weniger Schummelei keine Freunde in der Autobranche gemacht.

Bei VW heißt es dem Rechercheverbund von WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ zufolge, man wolle das, was bei den Kohlendioxid-Messungen technisch und rechtlich möglich sei, „nicht bis zu letzten Schraube ausreizen“. (rtr/aba)