Pleite

Modehaus-Kette Sinn Leffers stellt Insolvenzantrag

Viele Filialen von Sinn Leffers stehen vor dem Aus – insgesamt gibt es 22 in Deutschland.

Viele Filialen von Sinn Leffers stehen vor dem Aus – insgesamt gibt es 22 in Deutschland.

Foto: imago stock&people

Nach mehreren Umbauversuchen scheint das Unternehmen sich nicht mehr selbst retten zu können. Auch in Hamburg gibt es eine Filiale.

Bielefeld.  Die Sinn Leffers GmbH mit Sitz in Hagen ist pleite. Das Unternehmen hat am Montag einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung vor dem Amtsgericht Hagen eingereicht. Das „Westfalen-Blatt“ in Bielefeld hatte zuerst über die Insolvenz berichtet.

Der Modehändler Wöhrl, zu dem Sinn Leffers seit 2013 gehört, bestätigte die Antragstellung am Montagabend ebenso wie Sinn Leffers selbst. Sinn-Leffers-Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Göbel sagte: „Wir sind überzeugt, dass durch die Eigenverwaltung der Fortbestand der SinnLeffers GmbH gesichert ist und der Großteil der vorhandenen Arbeitsplätze erhalten werden kann.“ Neben Göbel tritt nun der Sanierungsgeschäftsführer und Rechtsanwalt Dr. Thomas Kluth.

Weder Neueröffnungen noch Schließungen brachten Wende

Das Unternehmen Wöhrl hatte vergangene Woche ein sogenanntes Schutzschirmverfahren eingeleitet. Dies schützt in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger. Mit insgesamt 22 Filialen zählt die Sinn Leffers GmbH zu den bedeutenden Einzelhandelsunternehmen im Textilbereich.Die Ursprünge der Firma gehen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Heute hat das Unternehmen 1259 Angestellte.

In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen versucht, mit gleichzeitigen Schließungen und Neueröffnungen eine Pleite abzuwenden. SinnLeffers hatte im Sommer 2008 Planinsolvenz angemeldet und war seit dem Ende des Verfahrens mit deutlich verkleinertem Filialnetz und reduzierter Mitarbeiterzahl am Markt. Nach der Schließung einer Filiale in Mülheim an der Ruhr im Jahr 2008 hatte das Unternehmen 2016 im selben Einkaufszentrum einen Outlet-Store eröffnet. Bereits seit Februar 2016 stand fest, dass eine Filiale in Gelsenkirchen schließen würde.

Die 22 Filialen in Deutschland

Sinn Leffers betreibt in Deutschland folgende Filialen, auf die eine Insolvenz auch Auswirkungen haben dürfte:

  • Aachen
  • Bielefeld
  • Bochum (Innenstadt)
  • Bochum (Ruhrpark)
  • Bonn
  • Dresden
  • Gelsenkirchen-Buer
  • Hagen
  • Hamburg-Harburg
  • Jena
  • Kassel
  • Koblenz
  • Krefeld
  • Lüdenscheid
  • Magdeburg
  • Mainz
  • Menden
  • Mönchengladbach
  • München-Riem
  • Münster
  • Oberhausen
  • Osnabrück
  • Trier

SinnLeffers war 1997 durch die Fusion aus den zwei kleineren Traditions-Modehäusern Sinn und Leffers entstanden. Von 2001 bis 2005 gehörte das Unternehmen zum Essener KarstadtQuelle-Konzern.

(ac/dpa)