Möbelhaus

Ikea kippt Recht auf unbegrenzte Rückgabe der Waren

Wenn’s nicht gefällt, geht die Ware zurück. Bei Ikea hat die Rückgabe nun wieder ihre zeitlichen Grenzen.

Wenn’s nicht gefällt, geht die Ware zurück. Bei Ikea hat die Rückgabe nun wieder ihre zeitlichen Grenzen.

Foto: David Ebener / dpa

Ikea macht den Rückzieher: Die Rückgabe von Waren ohne zeitliches Limit wird gestrichen. Der Konzern findet, ein Jahr reicht auch.

Hofheim.  Der Möbelhändler Ikea nimmt nach zwei Jahren sein zeitlich unbegrenztes Rückgaberecht wieder zurück. Die Kunden haben bei Einkäufen ab dem 1. September 2016 nur noch ein Jahr Zeit, um Waren ohne Angabe von Gründen zurückzugeben und den Kaufpreis erstattet zu bekommen.

Die Frist von 365 Tagen liege immer noch über dem in der Branche Üblichen und gebe dem Kunden Sicherheit gegen Fehlkäufe, teilte das Unternehmen am Deutschland-Sitz in Hofheim bei Frankfurt mit. Weit über 90 Prozent der Rückgaben fänden in den ersten zwei bis drei Monaten nach dem Kauf statt. „Wir haben festgestellt, dass unsere Kunden gar keinen Bedarf für eine so lange Frist haben“, sagte der bei Ikea Deutschland für die Kundenzufriedenheit verantwortliche Manager Klaus Cholewa der dpa.

Rückgabe galt in Filialen und Online

Der Möbelhändler hatte im August 2014 ein lebenslanges Rückgaberecht für nahezu alle Artikel aus den Filialen und des Online-Handels eingeführt. Zuvor konnten die Ikea-Kunden Möbel nach dem Kauf drei Monate lang umtauschen oder zurückgeben. Die neue Regelung galt für Produkte, die seit dem 25. August 2014 gekauft wurden. Die Rückerstattung des Kaufpreises erfolgte in bar, als Rücküberweisung oder in Form einer Guthabenkarte, je nachdem wie beim Kauf gezahlt wurde.

„Am häufigsten werden Artikel in einem Wert von knapp über 10 Euro zurückgegeben – also meistens Spontankäufe, die zu Hause dann doch nicht so gefallen. Bei Sofas oder Küchen haben wir weit weniger Fälle“, sagt Cholewa. Noch originalverpackte Waren gehen bei Ikea wieder in den Verkauf. Die übrigen werden je nach Zustand in den Fundgruben der Warenhäuser angeboten, an soziale Projekte gespendet oder recycelt. Letzteres gilt insbesondere für benutzte Matratzen.

Von einem Missbrauch der unbegrenzten Rückgabe wollte Cholewa nicht sprechen. Zusätzlich entstandene Kosten könne er nicht beziffern. „Zu Beginn hatte es Einzelfälle gegeben, in denen Kunden Waren zurückgebracht haben, die offensichtlich schon jahrelang im Keller gelegen hatten.“ Nach einer Anlaufphase sei die Reklamationsquote wieder auf das vorherige Niveau zurückgefallen. (dpa)