Brexit

Unternehmen in Deutschland erwarten Exporteinbrüche

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Produktionsstätte der Schuler AG in Erfurt: Viele Maschinenbauunternehmen erwarten bei einem EU-Austritt Großbritanniens Auswirkungen auf das eigene Geschäft.

Produktionsstätte der Schuler AG in Erfurt: Viele Maschinenbauunternehmen erwarten bei einem EU-Austritt Großbritanniens Auswirkungen auf das eigene Geschäft.

Foto: Martin Schutt / dpa

Deutsche Unternehmen müssen sich nach dem Brexit wohl auf Exporteinbußen einstellen. Das ergab eine DIHK-Umfrage unter 5600 Firmen.

Berlin.  Der Schock des EU-Austrittvotums der Briten ist in der deutschen Wirtschaft angekommen: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK rechnet für die nächste Zeit mit einem kräftigen Rückgang der deutschen Exporte nach Großbritannien. Hatte er noch vor kurzem einen deutlichen Anstieg von fünf Prozent in diesem Jahr erwartet, so geht er jetzt von einem Minus von einem Prozent in diesem und fünf Prozent im nächsten Jahr aus. „Der Brexit schadet auf Dauer der deutschen Wirtschaft“, erklärte Verbandspräsident Eric Schweitzer gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Für diese Prognose spricht eine DIHK-Blitzumfrage unter gut 5600 Firmen. Danach planen viele deutsche Unternehmen bei Töchtern in Großbritannien Personalabbau und eine Kürzung der Investitionen. 35 Prozent der hiesigen Betriebe mit Tochterfirmen oder Zweigstellen auf der Insel planen dort ihre Investitionen abzusenken. 26 Prozent sehen auch die Notwendigkeit, Personal in Großbritannien abzubauen. Mit weniger Exporten in das Land in der zweijährigen Phase der Trennungsverhandlungen rechnen 27 Prozent der Befragten.

Merkel: Unsicherheiten werden sich „in Grenzen halten“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am vergangenen Mittwoch gesagt, für die deutsche Wirtschaft würden sich die Unsicherheiten „in Grenzen halten“.

Großbritannien ist für deutsche Exportunternehmen nach den USA und Frankreich der wichtigste Markt. Im vergangenen Jahr gingen Waren und Güter im Werte von knapp 90 Milliarden Euro dorthin. Auch bei den Importen rangiert das Vereinigte Königreich in Deutschland unter den Top Ten.

Anlass für die Prognosekorrektur des DIHK sind die kräftige Abwertung des britischen Pfundes und die Schwächung der britischen Wirtschaftsaussichten durch das geplante Ausscheiden aus der EU.

Großbritannien will dafür in Deutschland vermehrt investieren

Andererseits ergab die Umfrage, dass gut ein Fünftel der britischen Konzerne die Investitionen in Deutschland nun verstärken wollen. Ebenfalls knapp ein Fünftel der Konzerne aus Großbritannien will mehr Personal bei ihren Tochterfirmen und Zweigstellen in Deutschland einstellen.

Verbandspräsident Eric Schweitzer ist sich sicher: "Die Unsicherheit ist mit Händen zu greifen und wirkt kurzfristig als Dämpfer für die Konjunktur". (rtr/aba)

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