Milchpreis

Mindestens 100 Millionen Euro Soforthilfe für Milchbauern

Ein Liter frische Milch und der derzeit von Molkereien gezahlte Preis von 22 Cent: Mit Soforthilfen will der Bund die Milchbauern unterstützen.

Ein Liter frische Milch und der derzeit von Molkereien gezahlte Preis von 22 Cent: Mit Soforthilfen will der Bund die Milchbauern unterstützen.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Angesichts drastisch gesunkener Preise will der Bund 100 Millionen Euro bereitstellen. Begleitet wird der „Milchgipfel“ von Protest.

Berlin.  Die deutschen Milchbauern sollen angesichts drastisch gesunkener Preise Soforthilfen von mindestens 100 Millionen Euro bekommen. Über die genaue Höhe werde er noch Gespräche führen, sagte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) nach einem „Milchgipfel“ mit Vertretern von Bauern, Molkereien und Handel am Montag in Berlin.

Damit Landwirte finanzielle Engpässe überbrücken können, soll das Hilfspaket unter anderem Kredite, zusätzliche Bürgschaften und steuerliche Entlastungen umfassen.

Milchpreise liegen zum Teil unter 20 Cent je Liter

Die Milchpreise für die Bauern sind teils unter 20 Cent je Liter gefallen. Um die Kosten decken zu können, gelten mindestens 35 Cent als nötig. Ursache des seit Monaten andauernden Preistiefs sind große Milchmengen auf den Märkten.

Die Landes-Agrarminister waren zum „Milchgipfel“ nicht eingeladen – mit ihnen wolle er nächste Woche sprechen, sagte Schmidt. „Auch die Länder müssen ja ihre Verantwortung mit wahrnehmen, und ich höre ja durchaus Signale, dass man das will.“

Parallel zum „Milchgipfel“ protestierte der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter mit einer Aktion am Brandenburger Tor. Gummistiefel auf dem Pflaster symbolisierten aufgegebene Höfe. Der Vorsitzende Romuald Schaber sagte: „Wenn den Bauern Geld zur Verfügung gestellt wird, dann muss es an die Bedingung geknüpft werden, dass sie weniger produzieren.“ Um Mengen zu senken, fordert der Verband unter anderem einen Bonus von 30 Cent für das Nichtproduzieren eines Liters Milch. (dpa)