Konzern

Star-Investor steigt bei Apple aus und macht kräftig Kasse

Der Milliardär Carl Icahn ist offenbar vom Erfolg bei Apple nicht mehr voll überzeugt. Am Donnerstag teilte er mit, dass er seine Aktien verkauft ab.

Der Milliardär Carl Icahn ist offenbar vom Erfolg bei Apple nicht mehr voll überzeugt. Am Donnerstag teilte er mit, dass er seine Aktien verkauft ab.

Foto: epa Gombert / dpa

Neuer Rückschlag für Apple: Ein milliardenschwerer Investor ist beim Konzern ausgestiegen. Er sorgt sich um das Flaggschiff iPhone.

New York.  Der als aggressiver Investor bekannte Milliardär Carl Icahn hat sich von seiner Apple-Beteiligung getrennt. Icahn hatte zuvor Apple-Papiere im Wert von mehreren Milliarden Dollar zusammengekauft. Der 80-Jährige hatte den Einstieg bei Apple im August 2013 bekanntgegeben. Ende vergangenen Jahres hielt er Anteile im Wert von rund fünf Milliarden Dollar. Icahn sagte nun, er habe an den Apple-Aktien etwa zwei Milliarden Dollar (1,76 Milliarden Euro) verdient.

Icahn ist berüchtigt für die Vorgehensweise, sich bei Unternehmen einzukaufen und dann Ausschüttungen oder eine Zerschlagung zu fordern. Er halte Apple weiterhin für ein „großartiges Unternehmen“, das von Tim Cook gut geführt werde, und er könne sich einen späteren Wiedereinstieg vorstellen, sagte Icahn jetzt dem amerikanischen TV-Sender CNBC.

Geschäfte in China machen Probleme

Der Grund für seinen Ausstieg sei vor allem die Sorge um das Geschäft des iPhone-Konzerns in China gewesen, sagte Icahn. Die chinesischen Behörden könnten „einschreiten und es für Apple sehr schwierig machen, dort zu verkaufen“. Vor kurzem war bekannt geworden, dass das Film- und E-Book-Angebot von Apple in China blockiert wurde. Die Regierung in Peking machte insgesamt deutlich, dass sie stärker gegen westlichen Einfluss vorgehen will.

Der chinesische Markt ist für Apple immer wichtiger geworden, der Konzern macht dort inzwischen rund ein Viertel seines Geschäfts. Apple-Chef Tim Cook kündigte zuletzt an, er werde auch ungeachtet der aktuellen wirtschaftlichen Turbulenzen in China die Investitionen dort nicht zurückfahren. Die Lage dort sei stabiler als befürchtet worden sei, sagte er.

Die Billigkonkurrenz setzt Apple zu

Der Erfolg von Apple scheint aber nicht mehr garantiert. Der Konzern verdiente im abgelaufenen Quartal zwar mit 10,6 Milliarden Dollar (9,3 Milliarden Euro) immer noch prächtig, doch zugleich erlitt er den ersten Umsatzrückgang seit 13 Jahren, wie das Unternehmen in dieser Woche mitgeteilt hatte.

In China, inzwischen der zweitwichtigste Markt für Apple nach den USA, brachen die Erlöse um mehr als ein Viertel ein. Hier bekommt der Konzern die Konjunkturabkühlung und die erstarkte Billigkonkurrenz einheimischer Anbieter wie Xiaomi, Lenovo und Huawei zu spüren.

Beim Kassenschlager iPhone ging der Absatz sogar erstmals seit der Markteinführung 2007 zurück. Die Aktie fiel daraufhin unter die Marke von 100 Dollar. Am Donnerstag erhöhte sich während des Interviews von Icahn der Druck und sie gab weitere rund zwei Prozent auf rund 95 Dollar nach. (rtr/dpa)