Börse

Großbanken unter den größten Kapitalvernichtern 2015

Die Börse in Frankfurt. Mit manchen Aktien hatten Anleger wenig Freude.

Die Börse in Frankfurt. Mit manchen Aktien hatten Anleger wenig Freude.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Eine Liste mit den größten Verlustbringern an der Börse macht deutlich: Wenig Freude hatten Anleger mit Eon, RWE und Deutscher Bank.

Frankfurt/Main.  Dass Aktiensparer auch Kursverluste aushalten müssen, dürfte bekannt sein. Zu Zeiten niedriger Zinsen ist es aber umso wichtiger, so wenig Flops wie möglich im Depot zu haben, was natürlich schwierig ist. Orientierung bietet eine wahre Liste des Grauens, die die Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) jedes Jahr ermittelt. Auf ihr sind die größten Verlustbringer an der Börse erfasst.

Aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) führen die Energieversorger die Rangliste der größten Kapitalvernichter an. Aktien von RWE haben im vergangenen Jahr 54 Prozent an Wert verloren. In fünf Jahren haben sich die Verluste auf 76 Prozent summiert. Aktien von Eon verloren 37 Prozent in einem Jahr und 61 Prozent in fünf Jahren. „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Kursentwicklung nicht der schlechteste Indikator für die Einschätzung für den Zustand eines Unternehmens ist“, sagte DSW-Geschäftsführer Marc Tüngler bei Vorlage der „Watchlist“.

In der 50 Unternehmen umfassenden Liste befinden sich als weitere Dax-Unternehmen noch die Commerzbank, die Deutsche Bank und der inzwischen ausgeschiedene Düngemittelhersteller K+S. Der Dax legte übrigens im vergangenen Jahr knapp zehn Prozent zu, in fünf Jahren betrug der Kursgewinn etwa 44 Prozent.

Größter Kapitalvernichter war Vtion Wireless

Die DSW erstellt die Liste der größten Verlustbringer seit Jahren, anfangs nur zur internen Verwendung, sozusagen als Spickzettel für Hauptversammlungen. Inzwischen wird sie veröffentlicht, in diesem Jahr mit einer Neuerung. Die DSW berücksichtigte die Dividendenzahlungen. „Im aktuellen Niedrigzinsumfeld rücken die Gewinnausschüttungen immer stärker in den Blickpunkt der Anleger“, sagte Tüngler. Die Bilanz falle gar nicht so schlecht aus. „Immerhin 31 der 50 Unternehmen haben in dem Beobachtungszeitraum von fünf Jahren mindestens einmal Gewinne an ihre Aktionäre ausgeschüttet.“ Für RWE bedeutete die weitere Liste nichts Gutes. Wegen der gestrichenen Dividende landete der Konzern auf Platz sechs der „Performance-Liste“ und hatte damit die zweifelhafte Ehre, das erste Dax-Unternehmen in den Top Ten der neuen DSW-Liste zu sein.

Der größte Kapitalvernichter in allen „Klassen“ war Vtion Wireless, ein Anbieter von Mobilfunkdatenkarten. Der Umsatz brach ein, der Kurs folgte. Mehr als 71 Prozent haben Anleger allein 2015 verloren, binnen fünf Jahren waren es mehr als 90 Prozent. Vtion ist ein gutes Beispiel dafür, dass Anleger bei chinesischen Unternehmen vorsichtig sein müssen, auch wenn diese im hoch regulierten sogenannten Prime Standard der Deutschen Börse geführt werden.

Die DSW will mit ihrer Liste keine Handlungsanweisungen für Anleger liefern. „Es ist nicht zwingend ein Verkaufssignal, wenn eine Gesellschaft auf der Liste auftaucht“, sagte DWS-Geschäftsführer Tüngler. Wirklich beruhigend ist es aber auch nicht.