Zutaten

Verbraucherschützer beklagen vage Infos bei Lebensmitteln

Viele Kunden würden ihre Lebensmittel gern nach bestimmten Inhaltsstoffen auswählen. Oft genug fehlen die Informationen darüber aber auf den Verpackungen.

Viele Kunden würden ihre Lebensmittel gern nach bestimmten Inhaltsstoffen auswählen. Oft genug fehlen die Informationen darüber aber auf den Verpackungen.

Foto: Peer Grimm / dpa

Wo kommt die Wurst her, die im Supermarkt liegt? Und was ist drin? Oft fehlen auf den Etiketten Details, beklagen Verbraucherzentralen.

Berlin.  Die Verbraucherzentralen kritisieren vage Angaben auf Lebensmittelpackungen, die den eigentlichen Hersteller und genaue Zutaten verschleiern. „Das ist legale Irreführung des Käufers“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der dpa.

So müsse auf verpackten Lebensmitteln zwar der Vermarkter angegeben werden, nicht aber der Produzent. Auf dem Etikett steht dann etwa der Name der Supermarktkette hinter einer Angabe wie „Hergestellt für“. In Zutatenlisten finden sich teils nur allgemeine Bezeichnungen.

„Und ein guter Hersteller hat nichts zu verbergen“

Wichtige Informationen würden den Verbrauchern so vorenthalten, sagte Müller. Dabei entschieden sich viele Kunden bewusst gegen bestimmte Hersteller, die in der Vergangenheit unangenehm auffielen oder mit deren Arbeitsbedingungen sie nicht einverstanden sind. Andere wollten gezielt Produkte aus ihrer Nähe oder einer bestimmten Region kaufen.

Noch kritischer seien ungenaue Klassenbezeichnungen wie „Gewürze“ oder „Kräuter“ auf den Packungen. „Es gibt viele Menschen, die sind allergisch – nicht gegen alle Gewürze, aber gegen einzelne Gewürze“, sagte Müller. Dass bisher nur besonders allergene Stoffe wie Sellerie gekennzeichnet werden müssten, sei nicht genug. „Jeder Hersteller weiß, was er in seinen Produkten hat. Und ein guter Hersteller hat doch auch nichts zu verbergen.“

Deutsches Lebensmittelbuch soll reformiert werden

Weichenstellungen für eine bessere Deklaration erwartet der vzbv von der geplanten Reform des Deutschen Lebensmittelbuchs, das Leitlinien dafür vorgibt. „Die Wünsche der Verbraucher müssen ausschlaggebend sein“, forderte Müller. Bis Ostern solle Bundesernährungsminister Christian Schmidt Vorschläge vorlegen. Der CSU-Politiker hat angekündigt, die Leitlinien und die dafür zuständige Kommission zu reformieren, um „mehr Akzeptanz, mehr Transparenz und mehr Kommunikation“ zu erreichen. (dpa)